Deutschland und Frankreich
Eine unglückliche Liebe

Die Deutschen lieben Frankreich – und denken an Paris, Wein und gute Küche. Den Franzosen dagegen fällt bei Deutschland nicht die Bierbraukunst, sondern erst mal Merkel ein – und einiges weit unangenehmeres.
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ParisNicht Bier oder Sauerkraut verbinden Franzosen zuerst mit Deutschland, sondern Angela Merkel. Die Bundeskanzlerin ist im Nachbarland berühmter als deutsches Bier. Auf die Frage, was ihnen spontan zuerst zu Deutschland einfalle, antworten die meisten Franzosen: Merkel. Das ergab eine repräsentative Umfrage über das Deutschlandbild der Franzosen und das Frankreichbild der Deutschen, die das Meinungsforschungsinstitut Ifop im Auftrag der Deutschen Botschaft in Paris zum 50. Jahrestag des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrages durchführte.

Das Bild ist immer noch mit Vorurteilen belastet. Neben Angela Merkel (29 Prozent) gefolgt vom Bier, fällt den Franzosen Berlin, die Autoindustrie, die deutsche Strenge, Hitler und der Krieg ein. Die Deutschen denken dagegen an Paris (56 Prozent), gefolgt vom Eiffelturm, Wein, Baguette und französische Küche.

Die Umfrage zeigte aber auch, dass sich die Nachbarn sympathisch finden. Dabei erklärten 85 Prozent der Franzosen und 87 Prozent der Deutschen, dass sie ein gutes Bild vom jeweils anderen haben. In Frankreich gebe es sogar „eine Tendenz zur Verbesserung“, betonte Jérôme Fourquet vom Ifop-Institut. Allerdings sehen die Nachbarn den jeweils anderen aus ganz unterschiedlichen Gründen positiv. Bei den Deutschen überwiegt die „Sympathie“ für die Franzosen, bei den Franzosen der „Respekt“ für die Deutschen.

Dieser Unterschied ist auch für die gesamte Wahrnehmung des anderen Landes richtungsweisend. Denn die Deutschen sehen in Frankreich vor allem immer noch den Lebensstil, die Franzosen dagegen in Deutschland die Leistung. Die Deutschen denken bei Frankreich deshalb an Reisen oder Gastronomie, die Franzosen heben die politische und wirtschaftliche Stärke Deutschlands hervor.

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Weg von Frankreich

Kommentare zu "Eine unglückliche Liebe"

Alle Kommentare
  • Wir wollen hoffen dass die Zeit wo Deutschland und Frankreich eine für sie günstige Entscheidung im voraus vereinbarten und erst dann den anderen EU-Mitgliedern einfach zum Unterschreiben diktiert haben, endlich und für immer vorbei ist.
    Dieses Verhalten ist auch der Hauptgrund für die heutige Krise, weil durch die getroffenen Entscheidungen die schwächere Wirtschaften der EU ungeschützt geblieben sind, was zum Kannibalismus innerhalb der EU geführt hat. Daher Leistungsbilanzdefizite, Haushaltsdefizite, Jugendarbeitslosigkeit, Auswanderung und leider auch Selbstmorde in den schwächeren EU-Ländern.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Wenn ich als Deutscher eines nicht mag, dann sind es Franzosen und alles was aus Frankreich kommt, denn auch Frankreich kam nie was gutes, kommt nix gutes und wird auch nie was gutes kommen.

  • Ich habe die Franzosen nie geliebt und werde die auch nie lieben! Ich weiß auch nicht was die Jounalisten immer so verzapfen, behaupten, ohne nachzudenken! Genauso wird immer behauptet, wir würden Italien lieben! Das ist aber genau so ein Blödsinn!! In diesem Sinne; Bunga, Bunga!!

  • "... Franzosen in der Eurokrise als Führungsnation in Europa gezeigt" .. WER SCHREIBT DENN SOETWAS??
    Ich habe nichts gegen Franzosen, Italiener, wen auch immer, aber wenn man sich an uns und unserem Staat bereicherns will, unsere Renten etc in Frage stellen muß, dann ist es mit meinem Verständnis schnell vorbei!!
    Und das unsere Politiker immer sagen, wie sehr wir Europa brauchen... dreht euch mal um die eigene Achse und schaut euch um wie groß die Welt ist!1 Die Wachstummärkte sind wahrlich woanders (Rußland, ...).

  • To be 'loved' or not to be 'loved' this is the question
    and not if you love whom ever and what ever!

  • "Eine unglückliche Liebe" war das noch nie. Seit dem dreißigjährigen Krieg lagen beide Völker in Fehde, mit wechselndem Ergebnis. deGaulle und Adenauer betrieben Interessenpolitik unter dem Mäntelchen der Völkerfreundschaft, weil dies im kalten Krieg die einzig mögliche Option war, wollten nicht beide von den Rest-Allierten untergebuttert werden. Der gebende Teil war seither immer Deutschland. Selbst die EU wurde als französische Veranstaltung geboren und ist es immer noch zu 70 %.
    Die weltpolitische Lage ändert sich seit einiger Zeit rapide. D muß endlich aus seiner Betäubung aufwachen und sein Geschick in die Hand nehmen. Das soll beileibe nicht heißen, jetzt wild um sich zu hauen (bitte keine Kavallerie, Herr Steinbrück!), aber es heißt gleichen Abstand zu halten zu allen seinen EU-Partnern und Nachbarn. Und endlich seine Interessen zu schützen!
    Honi soit qui mal y pense!

  • Das ist Pipeline-Journalismus, der die gedanklichen Abwässer aus dem Sozialhilfe-Paradies Brüssel in unsere Breiten spült.
    Was verdient ein gemeiner Journalist? Oder kriegt der auch 5 Peitschenhiebe Mindestlohn, damit er spurt?

  • Also ich weiß nicht woher immer diese ganzen Umfrageergebnisse kommen? Ich kenne leider niemanden im weiten Famileien-, Bekannten- oder Geschäftspartnerkreis, der jemals gefragt wurde.
    Aber es ist schön zu wissen, dass "Die" Deutschen (wer auch immer die sind) Frankreich lieben. Dies ist wieder so eine politisch gewollte Meinungsmache und Volksverdummung.
    Frankreich ist ein schönes Land und eine Reise wert, aber deshalb gleich von Liebe zu sprechen.
    In der Wirtschaft sind französich-deutsche Kooperation meist sehr problembehaftet und einseitig zu Gunsten der französischen Partner.

    Die Deutschen lieben den Euro, lieben Frankreich, lieben die kulturbereichernden Mitbürger mit Migrationshintergrund, lieben die Rente mit 67 (während Jean-Paul schon lang in Rente ist), lieben den ESM und die zur Rettung französischer Banken (nicht Griechenlands) eingesetzten Steuergelder, ....

    So ein liebendes Volk!

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