Deutschland wird Balkan-Truppen verstärken
Struck: Lage im Kosovo sehr instabil

Verteidigungsminister Struck geht davon aus, dass die Friedenssoldaten länger im Kosovo bleiben müssen, als bislang geplant. Ein Abzug im Jahr 2006 habe sich erledigt, sagte er.

HB BERLIN. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) geht davon aus, dass die Kfor-Friedenstruppe für den Kosovo länger in der Region bleiben muss, als bislang geplant. Nach dem erneuten Ausbruch der Gewalt in den vergangenen Tagen habe sich ein Abzug 2006 «erledigt», sagte Struck der «Bild»-Zeitung.

Die Lage im Kosovo sei «äußerst instabil». An die Adresse der Kämpfer der verbotenen kosovo-albanischen Untergrundorganisation UCK gerichtet, sagte Struck, diese müssten wissen, dass die Nato ein Wiederaufflammen der Gewalt mit allen Mitteln verhindern werde. Eine Auseinandersetzung mit der Nato könne die UCK nicht gewinnen.

Die Regierung der Krisenprovinz richtete unterdessen einen Fonds zur Entschädigung der serbischen Opfer ein. Nach einer Krisensitzung seines Kabinetts verurteilte der albanischstämmige Regierungschef Bajram Rexhepi am Samstag in Pristina die «beispiellosen Akte der Zerstörung des kulturellen und religiösen Erbes im Kosovo». Aus dem Fonds solle die Wiederherstellung serbischer Häuser und Kirchen bezahlt werden.

Auch der frühere Sprecher der Rebellengruppe UCK und heutige Minister für öffentliche Aufgaben, Jakup Krasniqi, verurteilte den Ausbruch der Gewalt, bei dem seit Mittwoch 28 Menschen getötet und 600 verletzt worden waren.

Der russische Präsident Wladimir Putin rief zum Schutz der serbischen Minderheit auf. Es sei eine scharfe Reaktion nötig, sagte er der Nachrichtenagentur Interfax. Russland steht traditionell eher auf der Seite der Serben.

UN-Sprecher Derek Chapell sagte am Samstag, die Lage habe sich mittlerweile wieder etwas entspannt. Über Nacht habe es keine weiteren Auseinandersetzungen gegeben.

Vom Fliegerhorst Wunstorf bei Hannover flogen 46 zusätzliche deutsche Soldaten zum Einsatz in die serbische Provinz. Insgesamt will die Bundeswehr ihren Beitrag zum Kfor-Einsatz um 600 auf insgesamt 3800 Soldaten erhöhen. Auch aus anderen Nato-Staaten werden Truppenverstärkungen entsandt.

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