Deutschlandbild
Amerikaner haben Deutschen verziehen

Vier Jahre nach den deutsch-amerikanischen Verstimmungen über den Irak-Krieg hat sich das Deutschlandbild in den USA wieder normalisiert. Einer Meinungsumfrage zufolge, die die deutsche Botschaft in Auftrag gab, hatte eine Frau eine positive Wirkung bei den Amerikanern - zumindest bei denen, die sie kennen.

HB WASHINGTON. Nach der am Dienstag vorgestellten Umfrage hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen positiven Effekt auf die Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Nach dem Tiefststand vom April 2003, als sich im Zuge des transatlantischen Streits über den Irak-Krieg nur noch 17 Prozent der US-Bürger positiv über Deutschland äußerten, sind dies jetzt wieder 39 Prozent. Das entspricht in etwa wieder dem Stand vom September 2002. „Wir sind wieder da, wo wir waren. Wir haben wieder den Normalzustand erreicht“, sagte Botschafter Klaus Scharioth.

Deutschland wird von den US-Bürgern inzwischen als viertwichtigster Partner nach Großbritannien, Kanada und Japan angesehen. Vier von zehn Befragten heben dabei vor allem die Wirtschaftsbeziehungen hervor. Mehr als die Hälfte der Befragten meint, dass Deutschland mehr im Kampf gegen den internationalen Terrorismus tun sollte. Nur 13 Prozent halten die Bundesrepublik für einen starken und verlässlichen Partner Israels.

Das Image Deutschlands ist unter US-Militärangehörigen, die in der Bundesrepublik stationiert waren, etwa doppelt so gut wie unter den anderen Befragten. Sehr positiv auf das Stimmungsbild hat sich auch die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland ausgewirkt. Etwa ein Drittel aller Befragten gab an, von deutschen Vorfahren abzustammen.

Der Umfrage zufolge kennt nur jeder vierte Befragte Bundeskanzlerin Merkel. Nahezu jeder zehnte hält sogar Amtsvorgänger Gerhard Schröder (SPD) für den aktuellen Regierungschef. Dennoch hat eine Mehrheit von jenen, denen Merkel ein Begriff ist, einen positiven Eindruck von ihr. Jeder dritte Merkel-Kenner gab an, dass sich die Bundeskanzlerin positiv auf die deutsch-amerikanischen Beziehungen ausgewirkt. Neun Prozent glauben dagegen, dass sich das transatlantische Bündnis unter Merkel verschlechtert hat.

Ein Vergleich der jüngsten Umfragen zeigt, dass das Deutschlandbild unter den US-Bürgern wesentlich besser ist als das Image der USA unter den Deutschen. Die Umfrage wurde Ende Februar von der Beraterfirma Frank N. Magid Associates durchgeführt. Es wurden 1 023 Personen im Alter über 18 Jahre befragt. Die Fehlerquote liegt bei 3,2 Prozent.

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