„Die Ära des Bankgeheimnisses ist vorbei“
Überblick: Die Beschlüsse des Gipfels

Der Weltfinanzgipfel in London hat sich auf strengere Regeln für die globalen Finanzmärkte geeinigt. Hier die wichtigsten Beschlüsse aus der Abschlusserklärung, die am Donnerstag von den G-20-Staaten gebilligt wurde:

Steueroasen: Noch am Donnerstag sollte die OECD nach dem Willen der G-20 drei Schwarze Listen mit Steueroasen veröffentlichen. Benannt werden darin Staaten, die sich einer Zusammenarbeit im Kampf gegen Geldwäsche, gegen Steuerflucht sowie in Fragen der Finanzaufsicht verweigern. Ausdrücklich behalten sich die G-20-Staaten weitere "Sanktionen" vor, "um unsere Haushalte und Finanzsysteme zu schützen". Wörtlich heißt es in dem neunseitigen Abschlusskommuniqué: "Die Ära des Bankgeheimnisses ist vorüber."

Hedgefonds und Ratingagenturen: Alle "systemisch wichtigen" Finanzinstitutionen sollen künftig stärker beaufsichtigt und reguliert werden. Das gilt erstmals auch für die umstrittenen Hedgefonds, die mit riskanten Spekulationen die Krise verschärft hatten. Auch Ratingagenturen sollen registriert und kontrolliert werden. Sie sollen sich an einen vorgegeben Verhaltenskodex halten, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Die Agenturen stehen in der Kritik, weil sie von den Unternehmen, die sie bewerten, auch bezahlt werden.

Neue Aufsichtsbehörde: Das Forum für Finanzmarktstabilität (FSF) wird in eine neue Behörde namens "Financial Stability Board" überführt. Es soll frühzeitig vor Risiken auf den Finanzmärkten warnen.

IWF/Weltbank: Insgesamt mehr als eine Billion Dollar (740 Milliarden Euro) steht in den kommenden Jahren für Investitionen in den Entwicklungs- und Schwellenländern bereit. Die type="unknownISIN" value="Weltbank">Weltbank und die regionalen Entwicklungsbanken erhalten 100 Milliarden Dollar. 250 Milliarden Dollar fließen für sofortige Hilfen an den IWF (davon mehr als 100 Milliarden von der EU), weitere 250 Milliarden Dollar später. Hinzu kommen Bürgschaften und andere Liquiditätshilfen, um den Handel der ärmeren Länder stützen. Auf neue Konjunkturprogramme, wie sie zeitweise von den USA gefordert wurden, verständigten sich die G-20 nicht.

Managergehälter: Die Staats- und Regierungschefs fordern, die Vergütungen von Managern so umzubauen, dass Anreize für langfristiges Wirtschaften gesetzt werden, und nicht für kurzfristige Gewinne.

Protektionismus: Die G-20 haben sich erneut zum Prinzip offener Märkte bekannt, dem Protektionismus eine Absage erteilt und einen schnellen Abschluss der stockenden Welthandelsgespräche, der sogenannten Doha-Runde, angemahnt. Frühere Bekenntnisse haben aber wenig eingebracht: Nach einem kürzlich veröffentlichten Bericht der Weltbank haben 17 Mitglieder der Gruppe der 20 neue Handelshemmnisse geschaffen. Deutschland gehört zu den drei Ausnahmen.

Fortsetzung G-20-Prozess: Den beiden ersten G-20-Gipfeln in Washington und jetzt in London soll mindestens ein weiteres Spitzentreffen folgen. Die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer wollen sich im Herbst nochmals treffen, der Ort stand aber zunächst noch nicht fest. Merkel sagte, möglicherweise werde es mit der UN-Vollversammlung in New York zusammengelegt.

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