Die Begründung des Komitees für den Friedensnobelpreis
Warum die Norweger eine Kenianerin kürten

Das Osloer Komitee würdigt die diesjährige Trägerin des Friedensnobelpreises, Wangari Maathai, als Kämpferin für Umwelt, Demokratie und Unterdrückung. Die Begründung im Wortlaut.

HB OSLO. Das Nobelkomitee in Oslo schreibt:

„Das norwegische Nobelkomitee hat beschlossen, Wangari Maathai den Friedensnobelpreis 2004 für ihren Einsatz für nachhaltige Entwicklung, Demokratie und Frieden zuzuerkennen. Frieden auf der Welt ist von unserer Fähigkeit abhängig, unsere Umwelt zu schützen. Maathai kämpft an vorderster Front, um eine ökologisch verantwortliche soziale, ökonomische und kulturelle Entwicklung in Kenia und in Afrika zu fördern. Sie hat eine ganzheitliches Bild von nachhaltiger Entwicklung, das Demokratie, Menschenrechte und besonders die Rechte der Frauen einbezieht. Sie denkt global und handelt lokal.

Maathai hat mutig gegen das frühere, unterdrückerische Regime in Kenia gekämpft. Ihre einzigartigen Aktionsformen trugen dazu bei, die Aufmerksamkeit auf politische Unterdrückung zu lenken - sowohl national wie international. Sie war für viele eine Inspiration im Kampf um demokratische Rechte und hat insbesondere Frauen ermutigt, ihre Lage zu verbessern.

Maathai verbindet Wissenschaft, soziales Engagement und aktive Politik. Statt nur die existierende Umwelt zu schützen, besteht ihre Strategie darin, die Grundlagen für eine nachhaltige ökologische Entwicklung zu schützen und zu stärken. Sie hat die „Grüngürtelbewegung“ (Green Belt Movement) gegründet, die im Laufe von fast 30 Jahren arme Frauen zur Anpflanzung von 30 Millionen Bäumen mobilisiert hat. Ihre Methoden werden auch in anderen Ländern angewandt. Wir haben alle miterlebt, wie Abholzung und Waldsterben zu Versteppung in Afrika führen und viele Gegenden auf der ganzen Welt bedroht - auch in Europa. Der Schutz von Wäldern zur Verhinderung der Versteppung ist ein wesentlicher Faktor im Kampf um die Stärkung der Umwelt auf unserer gemeinsamen Erde.

Durch Ausbildung, Familienplanung, Ernährung und den Kampf gegen Korruption legt die „Grüngürtelbewegung“ die Voraussetzungen für eine Entwicklung von unten. Wir glauben, dass Maathai eine starke Stimme der besten Kräfte Afrikas ist, um Frieden und gute Lebensbedingungen auf dem Kontinent zu fördern.

Wangari Maathai ist die erste Frau aus Afrika, die mit dem Friedensnobelpreis geehrt wird. Sie ist auch die erste Afrikanerin aus dem großen Gebiet zwischen Südafrika und Ägypten, die den Preis entgegennimmt. Sie repräsentiert ein Beispiel und eine Quelle der Inspiration für alle in Afrika, die für eine nachhaltige Entwicklung, Demokratie und Frieden kämpfen.“

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