Die EU wird auf internationalem Parkett konkurrenzfähiger
EU-Osterweiterung bringt frisches Wachstum

Innerhalb der Europäischen Union hat sich die wirtschaftliche Dynamik in den letzten Jahren eindeutig auf die neuen Mitglieder in Mittel- und Osteuropa verlagert. Mit Wachstumsraten zwischen vier und sieben Prozent übertrumpfen Länder wie Polen, Ungarn, die Slowakei und Litauen die Altmitglieder im Westen.

WARSCHAU. Damit sind sie aber noch nicht die Motoren des Wachstums der EU insgesamt, da ihr Anteil an der wirtschaftlichen Leistung relativ gering ist. Aber sie tragen dazu bei, dass die Gemeinschaft im globalen Rahmen konkurrenzfähiger wird.

Die Dynamik der neuen EU-Staaten resultiere vor allem aus ihrem Bemühen, den Entwicklungsrückstand gegenüber dem modernen Westen aufzuholen, sagt Josef Pöschl vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW). Durch die Nachahmung oder die Übernahme vorhandener Technologien könne man viel Wirkung erzielen. „Demgegenüber muss ein hoch entwickeltes Land selbst innovativ sein, um weiter vorankommen zu können“, so Pöschl. Wichtig sei auch, dass die neuen EU-Länder ihre institutionellen Defizite abgebaut hätten. „Sie sind zu funktionierenden Marktwirtschaften geworden.“

Unter den acht Neumitgliedern in Mittel- und Osteuropa ist Slowenien das am höchsten entwickelte Land, während Tschechien auf Platz zwei liegt. Mit Abstand folgen Länder wie Polen, Ungarn und die Slowakei. Der Entwicklungsrückstand lässt sich an zwei Indikatoren ablesen. Da ist zum einen das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf: Es beträgt in den neuen osteuropäischen EU-Staaten im Durchschnitt 52 Prozent des Wertes in der gesamten erweiterten EU. Eine zweite Möglichkeit ist der Vergleich des Preisniveaus. „Vor allem in den Ländern, deren Unternehmen international immer konkurrenzfähiger werden, gleicht sich das Preisniveau dem Westen an“, betont Pöschl. Auch in dieser Hinsicht sei Slowenien Spitzenreiter. Trotz hoher konjunktureller Dynamik wirken die acht neuen EU-Staaten aber noch nicht als Motoren des Wachstums der gesamten EU. Denn sie liefern nur einen Beitrag von gut vier Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung der Gemeinschaft, wenn man diesen Beitrag in durchschnittlichen Wechselkursen rechnet. Nimmt man die Kaufkraftparitäten als Maßstab, dann liegt ihr Anteil bei gut vier Prozent. Allein die Hälfte liefert Polen mit einem Anteil von zwei beziehungsweise vier Prozent.

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