Die Kanzlerin in Wien Gemeinsam für den Euro

Beim Besuch der Kanzlerin in Österreich bekennen sich die Regierungschefs beider Länder zum Euro. Doch im Gegensatz zu Merkel will Faymann den Krisenländern entgegenkommen. Eine nicht ganz uneigennützige Forderung.
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Von Kanzlerin zu Kanzler: Angela Merkel und der österreichische Regierungschef Werner Faymann in Wien. Quelle: dapd

Von Kanzlerin zu Kanzler: Angela Merkel und der österreichische Regierungschef Werner Faymann in Wien.

(Foto: dapd)

WienEin deutscher Regierungschef ist pünktlich. Exakt nach Plan um 14.45 Uhr fährt die schwarze Audi-Limousine mit Berliner Kennzeichen vor dem Bundeskanzleramt in Wien vor. Auf dem Regierungsgebäude weht heute die deutsche Fahne, Angela Merkel kommt für einen eintägigen Blitzbesuch zu ihrem österreichischen Amtskollegen Werner Faymann.

Die deutsche Kanzlerin steigt aus dem Wagen aus, Faymann hält ihr die Tür auf. Ganz nach Wiener Art gibt es zur Begrüßung ein Küsschen auf die Wangen für den Gast aus Berlin. Vertrautheit prägt diesen Staatsbesuch, schließlich kennt man sich schon seit Jahren. Angela Merkel und Werner Faymann können recht gut miteinander. Es spielt eine untergeordnete Rolle, dass sich ein Sozialdemokrat und eine Christdemokratin gegenüberstehen.

Als die beiden Politiker vor der Ehrenformation stehenbleiben, kommt leiser Beifall auf. Für die Kanzlerin aus Berlin ist dieser Staatsbesuch in Österreich fast ein Heimspiel. Vor dem Kanzleramt stehen mehr deutsche als österreichische Zaungäste. Wien ist auch in diesem Sommer eine Top-Destination für deutsche Touristen. Das Kanzleramt liegt mitten in der Stadt gleich neben den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Die Besucher aus Deutschland landen fast zwangsläufig vor dem Kanzleramt, wenn sie in der Wiener Innenstadt unterwegs sind.

Das Heimspiel für Angela Merkel geht weiter: Als das Heeresmusikkorps die deutsche Nationalhymne intoniert, singen Besucher nach Kräften mit. „Einigkeit und Recht und Freiheit“, erschallt es vor dem Wiener Kanzleramt. „Da hat sich unser Besuch in Wien ja erst recht ausgezahlt“, meint der junge Mann aus Bottrop. Sein Gruß an die Kanzlerin ist aber vergeblich, Angela Merkel ist zu weit entfernt und bekommt davon nichts mit.

Keine zehn Minuten dauert das Begrüßungsspektakel vor dem Wiener Kanzleramt, dann geht es schon weiter mit den politischen Gesprächen im Inneren des Gebäudes. Natürlich steht das Schicksal des Euro ganz eindeutig im Zentrum der Gespräche. Deutschland und Österreich wollen nach außen hin demonstrieren, dass sie an einem Strang ziehen.

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8 Kommentare zu "Die Kanzlerin in Wien: Österreichs Verständnis für die Krisen-Staaten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Sind auch alle Deutschen Preussen? Oder sind nicht eigentlich die Deutschen alle Österreicher? Oder sind manche Postings nur dumm? Die der anderes, versteht sich.

  • Dumm ist der der dummes tut. (c) Forrest Gump's Mutter.

    Wer etwas dummes tut, dass ihm einer, der groß und laut reden kann, einsagt, der ist auch dumm.

  • [+++Beitrag wurde von der Redaktion gelöscht+++]


  • Hört doch auf mit diesem dümmlichen Geschichtsgeschmarre.
    Österreichs Banken sind "dicke involviert" in wackeligen Krediten für Südeuropa. Da kommt eine ganz grosse Welle auf Wien und Konstorten zu. Wiener Regierung versucht nur Zeit zu gewinnen. Die stellen doch schon im Stephansdom die Gebetskerzen auf. Die CSU übrigens mit Tandler in Altötting...

  • [+++Beitrag wurde von der Redaktion gelöscht+++]

  • Faymann ist Sozialist, und da denkt er wohl wie seine deutschen Genossen in Sachen Schuldentransfer. Nun, die Opposition (Stronach, Freiheitliche usw.) werden ihm schon zeigen, wo es lang geht.

  • @Sarina

    "Bis auf Bruno Kreisky waren alle Österreicher Quertreiber!"

    Kreisky konnte sich Oesterreich aber nicht mehr leisten und musste deshalb nach Mallorca auswandern - seine eigenen Worte. Zwentendorf war sein Euro.

    In Bezug auf EU, Euro und EZB - Oesterreich verfolgt seine eigenen Interessen, voellig unabhaengig von der deutschen Denke. Man muss aufhoeren ein beliebtes Urlaubsland zwangsweise auch als wirtschaftlichen und politischen Verbuendeten zu interpretieren. DM : Schilling 1:7 hat lange funktioniert. Laenger als 1:1 beim Euro.

  • Bis auf Bruno Kreisky waren alle Österreicher Quertreiber!

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