Die Krisen bleiben: Nichts bewegt sich in München

Die Krisen bleiben
Nichts bewegt sich in München

Sicherheitskonferenz in München. Es geht um politische Ideen, Meinungen und Debatten. Hier schlägt das Herz der „Security community“. Nur - was trägt das wirklich bei zur Befriedung der Krisenherde der Welt?
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MünchenGeredet wurde ganz viel, wie immer. In Stübchen und Zimmerchen, in Ecken und an abgelegenen Enden der diversen Restaurants, bei Kaffee, Tee oder Saft. Im engeren Kreis kamen 400 Menschen zur Sicherheitskonferenz nach München. Darunter viele Minister und ein Vizepräsident der Vereinigten Staaten: Sie bahnten sich mit Hilfe muskulöser Leibwächter durch Treppen und Fahrstühle vorbei an heller bayerischer Holztäfelung den Weg zum nächsten Termin im Luxushotel Bayerischer Hof.

Inmitten der verwinkelten und unübersichtlichen Architektur können sie sich ebenso gut treffen wie aus dem Weg gehen. Am Samstag, dem zweiten Tag des vermutlich wichtigsten Stelldicheins der sogenannten „Security Community“ war allerdings nicht erkennbar, dass die Lage der Welt sich im verbalen Gewusel irgendwie verbessert hätte.

Bei den großen Konflikten bewegte sich nichts. Syrien beispielsweise: Hoffnungen auf ein Zeichen aus München beruhten auf der Tatsache, dass viele entscheidende Akteure des Konflikts zusammenkamen: US-Vizepräsident Joe Biden, Russlands Außenminister Sergej Lawrow, der UN-Sonderbeauftragte Lakhdar Brahimi und als Neuling der Chef der syrischen Opposition, Moas al-Chatib.

Aber Lawrow machte - wie schon so oft - klar, dass Russland weiter seine schützende Hand über das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu halten gedenkt. Al-Chatib zeigte sich verhandlungsbereit - bat aber vorsorglich die USA und den Rest der internationalen Gemeinschaft, nötigenfalls Syriens Flugzeuge und Waffen zu zerstören. Biden und Brahimi forderten eine politische Lösung.

Im Ton verbindlich und in der Sache hart nutzte Lawrow sein Erscheinen in einer der öffentlichen Diskussionsrunden, um dem vier Meter neben ihm sitzenden Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen Russlands unveränderte Probleme mit dem Bündnis mitzuteilen. Moskau lehne die von der Nato geplante Raketenabwehr für Europa nach wie vor ab. Und Russland sehe derzeit auch für eine Rückkehr in den Vertrag zur Begrenzung der konventionellen Waffen wenig Chancen. Es gebe bei der Nato nach wie vor die Neigung, Krisen mit einem „Nato-zentrischen Konzept“ zu lösen. Mit Russland sei das nicht zu machen. Rasmussen sagte später in kleiner Runde, er sei nicht überrascht: Schließlich rede er ja öfter mit Lawrow.

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Konfusion in Europa

Kommentare zu " Die Krisen bleiben: Nichts bewegt sich in München"

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  • @Henry

    Ihrem Kommentar ist nichts merh hinzu zu fügen!! Danke!

    Due USA ist ein faschistischer Staat. Und die BRD, ja Europa wird genauso in faschistischen Staaten enden!!

    Mich kotzen diese ganzen Rassisten, die ihre eigenen "Völker" verelenden lassen und sie in den Tod treiben maßlos an!! Das sind krankhafte Psychopathen, die die Welt regieren!!!!

  • Die Zeit als EU und NATO präzise aufgezeichneten Grenzen ihrer Verantwortung hatten, ist endgültig vorbei! Heute braucht man keine Vorwände mehr, um Interessen außerhalb seiner Grenzen militärisch zu verteidigen! Wir erinnern uns an wohl gesteuerten (man vermutet aus Kreml) Explosionen der Mehrwohnhäuser in Moskau als Vorwand Tschetschenien einzugreifen, und die Lage in Russland zur Normalität zu bringen! So wie es Kreml versteht! Wir erinnern uns an wohl gesteuerten Explosionen der Zwillingstürme in New-York (man vermutet CIA hat sich selber zu raffiniert ausgetrickst) und „edlen“ Vorwand in Afghanistan und Irak „Demokratie“ aufzubauen! Irak scheint nicht mehr zur Normalität zu kommen! Afghanistan kehrte nach 10 Jahren zu seiner Normalität zurück und blieb abgesehen von Gelder und Menschenleben demokratischer Analphabet! Nun Frankreich brauchte in der neuen Normalität kein Vorwand, in Mali einzumarschieren! Es war genug, dass gewohnte Lebensweise innerhalb Frankreich bedroht war! Aber nach dem bekannten Schema und Logik, sollten eigentlich signifikanten Explosionen in EU stattfinden, um Friedensstimmung der Mehrheit in Europa zu kippen! Nun die Funktionen und Struktur der Truppen in EU-Armeen sind nicht gleich und nicht alle besitzen Fremdenlegion oder wenigstens Gurkhas! Und der Eurokorps unter Druck der nicht gleichen EU und NATO-Interessen verwandelte sich in s.g. „schnellen Reaktionskorps“, der aber nicht so schnell sein darf, wie französische Fremdenlegion ist! Zum Glück! Da die EU, abgesehen von der Krise, verwandelt sich in einen Weltpolizisten und sieht ihr Verantwortungsgebiet offensichtlich nicht mehr nur innerhalb ihrer Grenzen, da Energiequellen und deren Lieferungswege auch gesichert sein müssen, ohne sich auf traditionelle Diplomatie und wirtschaftlichen Abkommen zu verlassen!

  • Wenn man die Teilnehmerliste der Konferenz anschaut kommt einem alles hoch.

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