Die PLO und ihre Teilorganisationen
Arafats Machtgeflecht

Seit Jahrzehnten ist Jassir Arafat die Leitfigur des palästinensischen Kampfes für einen eigenen Staat. Seine wichtigsten Machtbasen sind das Volk, das ihn 1996 mit überwältigender Mehrheit zum Präsidenten gewählt hat, die Palästinensische Autonomiebehörde (PNA) und die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO).

HB HAMBURG. Bereits seit 1969 ist Arafat Chef der Befreiungsorganisation PLO, eines fünf Jahre zuvor gegründeten Dachverbands von mehreren palästinensischen Gruppen. Zunächst erregte die PLO durch Anschläge weltweite Aufmerksamkeit. In den 90er Jahren entwickelte sie sich mit Arafat zu einem international anerkannten Verhandlungspartner für eine Friedenslösung im Nahen Osten.

Wichtigste Teilorganisation der PLO ist die in den 50er Jahren gegründete Fatah („Sieg“). Unter Arafat, der zu ihren Begründern gehörte, wurde sie zur stärksten Palästinenserorganisation.

Der Fatah zugeordnet werden die Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden, die seit Beginn der 2. Intifada im September 2000 zahlreiche Anschläge verübten. Außerhalb der Kontrolle Arafats operieren die radikal-islamistischen Organisationen Hamas und Dschihad, die eine Verhandlungslösung mit Israel ablehnen.

Auch auf staatlicher Ebene hat Arafat Schlüsselstellungen. Er leitet die vor zehn Jahren zur Selbstverwaltung gegründete Autonomiebehörde. Auf internationalen Druck musste er jedoch 2003 einen Teil seiner Macht abgeben und einen Ministerpräsidenten an der Spitze des etwa 20-köpfigen Kabinetts akzeptieren. Seit einem Jahr ist dies Ahmed Kureia, Mitglied der Fatah wie fast alle anderen Minister. Auch im 1996 gewählten Parlament (Legislativrat) hat Arafats Fatah eine überwältigende Mehrheit.

Die Aufsicht über den Nationalen Sicherheitsrat (NSC), der die bis zu 30 000 Mann starken paramilitärischen Verbände sowie ein Geflecht von Geheimdiensten und Sondereinheiten kontrolliert, hat Arafat nicht an Kureia abgetreten.

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