Die radikalislamische Gruppe Jemaah Islamiyah ist vermutlich für das Bombenattentat in Jakarta verantwortlich
Australien lässt sich nicht in die Knie zwingen

Nach dem Bombenanschlag auf die australische Botschaft in Jakarta lehnt der australische Regierungschef John Howard Zugeständnisse an die Terroristen ab. Vermutlich ist die radikalislamische Gruppe Jemaah Islamiyah für die neun Toten und 180 Verletzten verantwortlich.

HB JAKARTA/SYDNEY. „An dem Tag, an dem wir unsere Sicherheits- und Außenpolitik von Terroristen bestimmen lassen, geben wird unsere Zukunft aus den Händen“, sagte Howard am Freitag nach Angaben des australischen Rundfunksenders ABC. Er reagierte damit auf eine Veröffentlichung im Web, in der sich angeblich die radikalislamische Gruppe Jemaah Islamiyah zu dem Attentat bekennt und Forderungen stellt.

In der Erklärung auf der arabischen Website wird Australien laut ABC als „einer der schlimmsten Feinde Gottes“ bezeichnet. Zugleich wird die Regierung in Canberra aufgefordert, ihre etwa 850 Soldaten aus dem Irak abzuziehen. Der Anschlag sei eine Märtyrer-Aktion gewesen, um Rechnungen zu begleichen, hieß es. Regierungschef Howard bezweifelte die Authentizität der Erklärung. „Manchmal stellen sich diese Botschaften als Betrug heraus“, sagte der Ministerpräsident.

Australien und Indonesien hatten bereits kurz nach dem Anschlag vom Donnerstag die Jemaah Islamiyah hinter der Bluttat vermutet. Bei ersten Untersuchungen zeigten sich deutliche Ähnlichkeiten mit den Anschlägen auf das Marriott-Hotel in Jakarta 2003 und auf der Ferieninsel Bali vor zwei Jahren, zitierten australische Medien am Freitag Australiens Polizeichef Mick Keelty. Beide Taten werden der Jemaah Islamiyah zugeschrieben. Bruchstücke der am Donnerstag gezündeten Bombe seien den Splittern ähnlich, die nach dem Anschlag auf das Marriott-Hotel gefunden worden seien, sagte Keelty. Auch sei vermutlich ähnlicher Sprengstoff verwendet worden. Auf Bali waren 202 Menschen getötet worden, bei dem Anschlag auf das Hotel 13.

Australiens Parteien setzten angesichts des Anschlages den Wahlkampf zur Parlamentswahl am 9. Oktober vorläufig aus. Regierungschef John Howard ordnete eine Überprüfung der Sicherheitslage in Australien an. „Wenn so etwas passiert, schaut man sich alles noch einmal an“, sagte Howard. Außenminister Alexander Downer will den Ort des Attentats zusammen mit australischen Bombenexperten noch am Freitag besuchen. Zudem ist ein Treffen Downers mit der indonesischen Präsidentin Megawati Sukarnoputri und seinem Amtskollegen Hassan Wirajuda geplant.

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