Die Rezession geht um
Euro-Konjunktur vor Problemjahr

Die französische Wirtschaft ist im dritten Quartal dank steigender Konsumausgaben knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt. Das Bruttoinlandsprodukt legte um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu. Während Frankreich die Rezession noch bevorsteht, sind andere Staaten schon in der Krise. Für 2009 sieht es in der Euro-Zone sehr sehr trübe aus.

DÜSSELDORF. Die französische Wirtschaft ist im dritten Quartal dank steigender Konsumausgaben knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Juli bis September um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu. Das Statistikamt Insee bestätigte damit eine frühere Schätzung. Im Frühjahr war die Wirtschaftsleistung noch um 0,3 Prozent geschrumpft. Bei zwei Minusquartalen in Folge wird allgemein von einer Rezession gesprochen; in Deutschland sinkt die Wirtschaftsleistung bereits seit dem zweiten Quartal. Für 2009 rechnen Ökonomen mit einem schweren Einbruch.

Ähnlich trübe sieht es im Rest der Euro-Zone aus. Die Dekabank sieht in allen größeren Euro-Ländern in der ersten Jahreshälfte 2009 eine Rezession. Jedoch gebe es auch Unterschiede. So seien Spanien und Irland besonders stark von der Immobilienkrise betroffen. Aber auch die Niederlande, Frankreich und Italien seien sehr anfällig. Nur Deutschland sei für einen Immobilien-Crash kaum anfällig. Dennoch würden exportabhängige Länder wie Deutschland, die Niederlande und Belgien wohl besonders von der Krise getroffen. Insgesamt dürfte es Deutschland und Spanien am härtesten in der Krise treffen.

„Die Abwärtsspirale wird sich wohl auch 2009 weiter drehen“, erwartet Commerzbank-Volkswirt Christoph Weil. Die Immobilienpreise dürften weiter fallen, und die Bilanzen müssten weiter bereinigt werden. Zudem werde sich die Lage am Arbeitsmarkt europaweit dramatisch verschlechtern.

Anders als Frankreich befindet sich Italien schon mitten in einer Rezession. 2008 schrumpfte die Wirtschaft um etwa 0,4 Prozent. Für 2009 wird ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von einem Prozent vorhergesagt. Gestern meldete das Institut ISAE, dass die Stimmung der italienischen Unternehmer auf einen der niedrigsten Werte seit Beginn der Aufzeichnungen gesunken ist. Der saisonbereinigte Index fiel im Dezember auf 66,6 Zähler von revidiert 71,6 Punkten im Vormonat. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 70,6 Zähler gerechnet.

Eine wirtschaftliche Talfahrt wie kaum ein anderer Staat in Europa erlebt Spanien. Vor gut einem Jahr lag die Wachstumsrate noch bei 3,5 Prozent, es wurden mehr Arbeitsplätze geschaffen als in den meisten EU-Ländern. Doch nach 15 Jahren ununterbrochenen Wirtschaftswachstums ist nun das Gejammer groß – Spanien befindet sich in der Rezession. asr/HB

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