Die USA suchen neuen Verräter
Ein Snowden kommt selten allein

Gibt es einen neuen Whistleblower in den Reihen der NSA? Alles deutet daraufhin. Die USA haben eine lange Tradition von Geheimnisverrätern, die ihre Regierungen in Bedrängnis bringen.
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San FranciscoDie Suche nach der undichten Stelle läuft auch Hochtouren. Eine geheime Liste von Terrorverdächtigen mit über 600.000 Namen ist an die Öffentlichkeit gelangt. Eine offizielle Stellungnahme der Regierung zu dem neuen Fall von Geheimnisverrat gibt es derzeit nicht. Aber die Regierung erwägt nach Informationen von CNN einen offiziellen Ermittlungsantrag beim Justizministerium einzureichen.

Das würde diesmal einen gigantischen Apparat in Bewegung setzen. Laut CNN stammen die Dokumente aus dem Pentagon und rund 3,2 Millionen Personen könnten berechtigt sein, darauf zuzugreifen. Sie sind nicht als „Top Secret“ klassifiziert, sondern nur als „Secret“ und „nicht für den Gebrauch außerhalb der USA“.

Aber viele Außenstehende in den USA können die Informationen einsehen. Zum Beispiel Subunternehmer im Regierungsauftrag, die so wichtige Informationen erhalten, bevor sie neue Mitarbeiter anstellen. Wobei hier eben auch ein Problem liegt. Von den 680.000 Personen auf der Liste der Terrorverdächtigen TSDB, Terrorist Screening Database, hätten 40 Prozent keinerlei erkennbare Verbindungen zu „einer der bekannten Terrororganisationen“, räumt der Dienst in den Dokumenten selbst ein.

Es bedarf keinerlei handfester Beweise oder Indizien, um auf diese Liste zu gelangen. Jeden Tag, so die Veröffentlichung des Journalisten und Snowden-Vertrauten Glenn Greenwald, kommen 240 Kandidaten hinzu. Er selbst will die Existenz eines neuen Informanten in Geheimdienstkreisen weder bestätigen noch dementieren.

Der Informationsstand der Dokumente, die „The Intercept“ zugespielt wurden, liegt aber nach dem Zeitpunkt zu dem Edward Snowden die USA verlassen hatte. Er hatte Millionen streng geheimer Dateien kopiert und der Presse zugänglich gemacht und lebt jetzt im Asyl in Russland. Greenwald selbst hatte aber bei der Ankündigung seiner News-Plattform im Februar unter anderem von einer „neuen, gut platzierten Quelle“ gesprochen.

Unwahrscheinlich ist das nicht. In einem Land wie den USA, wo die Obrigkeitshörigkeit weniger stark ausgeprägt ist als in vielen anderen Staaten der Welt, mangelt es nicht an Freigeistern, die die Verbreitung der wirklichen oder angeblichen Wahrheit in die eigene Hand nehmen. Kritiker sehen sie als Verbrecher, sie selbst sehen sich selbst oft als die letzte Bastion zur Rettung der Demokratie und Information der Öffentlichkeit.

Kommentare zu " Die USA suchen neuen Verräter: Ein Snowden kommt selten allein"

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  • Wow man kann nur hoffen, dass es doch noch ein paar Amis mit einem Gewissen gibt.

  • Edward Snowden reloaded
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    Die USA haben Angst, Angst vor mutmaßlichen Terroristen.
    Alle sind verdächtig. Es gibt nur lockere Kriterien, geprüft wird nicht.
    Aber jetzt soll es einen neuen Whistleblower geben, welcher wieder "Staatsgeheimnisse" verraten hat.

    Konkret gewährt der Artikel Einblicke in verschiedene Datenbanken, die die USA im Rahmen ihres Anti-Terror-Kampfes geschaffen haben. Demnach gehören mittlerweile mehr als 700 000 Personen einer «Terrorist Screening Database» an, also einer von Behörden und Militär genutzten Beobachtungsliste, auf der Personen nach sehr lockeren Kriterien des Terrorismus verdächtigt würden.

    Lässt Warlord Obama diesen "Verräter" jetzt auch weltweit jagen? Gemäß seiner Doktrin: "Wanted dead or alive"!

  • "... Ein Snowden kommt selten allein! ... hoffentlich ist das so !!! Und Herrn Snowden muß Asyl in D angeboten werden ohne zeitliche Begrenzung UND das Bundesverdienstkreuz!!

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