Die vier gesuchten Attentäter selbst sind noch auf freiem Fuß
Scotland Yard nimmt dritten Mann fest

Die Londoner Polizei hat einen weiteren Verdächtigen festgenommen, der an den jüngsten Bombenanschlägen auf die U-Bahn beteiligt gewesen sein soll.

HB LONDON. Der Verdächtige sei am Samstagabend im Süden Londons festgenommen worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. In der Gegend waren bereits am Freitag zwei Verdächtige im Zusammenhang mit den Anschlägen in Gewahrsam genommen worden. Den Angaben zufolge handelte es sich bei den Männern aber vermutlich nicht um die gesuchten vier Hauptverdächtigen, von denen die Behörden Fernsehbilder veröffentlicht hatten. Allenfalls stammten die Festgenommenen aus dem Umfeld der Terroristen, berichteten die BBC und die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Polizeiquellen.

Drei Tage nach der Veröffentlichung von Fahndungsfotos sind die vier verhinderten Selbstmordattentäter immer noch auf freiem Fuß. Die Polizei habe keine Hinweise darauf, dass die Terroristen das Land verlassen hätten. Es sei nicht auszuschließen, dass sie bei Komplizen untergetaucht seien und neue Anschläge vorbereiteten.

In der britischen Hauptstadt waren innerhalb von zwei Wochen zwei Anschlagsserien verübt worden. Dabei wurden jeweils Sprengsätze in drei U-Bahnen und einem Bus gezündet. Am 7. Juli wurden mehr als 50 Menschen getötet und hunderte verletzt. Bei der zweiten Anschlagsserie am Donnerstag gab es dagegen keine Opfer, da die Sprengsätze offenbar nicht richtig zündeten. Der Polizei liegen nach eigenen Angaben keine Beweise für eine Verbindung zwischen den Tätern der beiden Anschlagsserien vor.

Experten der Polizei untersuchten am Montag ein vorsorglich gesprengtes Paket, das in einem Busch in Nordlondon gefunden worden war. Möglicherweise handele es sich um eine Bombe, die ein fünfter Attentäter am Donnerstag weggeworfen habe, hieß es in den Medien.

Gleichzeitig soll am Montag eine Untersuchung zu der irrtümlichen Erschießung des Brasilianers Jean Charles de Menezes durch Polizisten beginnen. Zivilfahnder hatten de Menezes in einer U-Bahn-Station mit fünf Schüssen in den Kopf getötet, weil sie ihn für einen Terroristen hielten. Der britische Außenminister Jack Straw will sich bei einem Treffen mit dem brasilianischen Außenminister Celso Amorim in London persönlich entschuldigen.

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