Die Welt reagiert geschockt
„Anschlag auf die Demokratie“

Mit fassungslosem Entsetzen haben Politiker in Europa auf die verheerenden Bombenanschläge in Spanien reagiert. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sieht in den Anschlägen eine „neue Qualität“ des Terrorismus in Europa. EU- Ratspräsident Bertie Ahern sprach von einem „Anschlag auf die Demokratie“, EU-Parlaments-Präsident Pat Cox nannte die Attentate gar eine „Kriegserklärung an die Demokratie“.

HB BERLIN/STRASSBURG. Die Regierungen zahlreicher europäischer Länder verurteilten die Attentate scharf und sprachen Spanien ihre Solidarität aus.

Schröder sagte, diese Dimension an Terror habe es in Europa in letzter Zeit nicht gegeben. „Damit werden wir uns sehr, sehr lange auseinander setzen müssen.“ Bundespräsident Johannes Rau sprach Spaniens König Juan Carlos und den Familien und Freunden der Opfer seine „tief empfundene Anteilnahme“ aus. Bundesaußenminister Joschka Fischer nannte die Anschläge „verabscheuungswürdig“. Während der Bundestagssitzung in Berlin drückte Bundestagspräsident Wolfgang Thierse im Namen der Abgeordneten Betroffenheit und Mitgefühl mit dem spanischen Volk und dem Parlament aus.

EU-Parlamentspräsident Cox rief die Spanier dazu auf, bei den Parlamentswahlen am Sonntag eine Antwort zu geben und zu zeigen, dass die spanische Demokratie den Willen hat, den Terrorismus zu besiegen. In einer Schweigeminute gedachte das EU-Parlament der Opfer der Anschläge. Unterdessen sagte EU-Kommissionspräsident Romano Prodi den Bürgern Spaniens die Solidarität der Europäer zu. Der außenpolitische EU-Beauftragte Javier Solana erklärte: „Die Demokratie wird obsiegen, aber nicht ein einziges Anliegen der Terroristen.“ Nato und Europarat kündigten an, den Kampf gegen den Terrorismus entschlossen fortzusetzen.

Frankreichs Präsident Jacques Chirac erklärte, die Demokratien müssten „im Kampf gegen den Terrorismus ohne Schwachstellen zusammenhalten“. Auch der britische Premierminister Tony Blair betonte die Notwendigkeit der Zusammenarbeit im Kampf gegen den „globalen Terrorismus“. Die Anschläge zeigten, „dass wir alle vom Terrorismus bedroht sind“. Russlands Präsident Wladimir Putin drückte dem spanischen König Juan Carlos und der Regierung sein Beileid aus. Papst Johannes Paul II. sprach von „abscheulichen Attentaten“, die Gott beleidigten und das grundlegende Recht auf Leben verletzten.

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