Die Zeit nach Fidel Castro
Über Deutschland reden, an Kuba denken

Miamis Exilkubaner gucken „Good Bye, Lenin“ und schmieden Investitionspläne – alles Vorbereitungen für die Zeit nach Fidel Castro.

MIAMI. Donny Hudson hat nie Fuß ins Land seiner Eltern gesetzt. Aber seit der vergangenen Woche reift im Sohn zweier Exilkubaner ein Plan. „Sobald die neue Regierung in Havanna stabil ist, will ich anfangen zu investieren“, sagt Hudson, der als Manager bei einem spanischsprachigen Radiosender in Miami arbeitet, „vielleicht ein schönes Haus kaufen oder so.“

Das Unternehmerische liegt Hudson, und den Markt hat er schon sondiert: „In der Dominikanischen Republik hab ich ein Haus gekauft und war damit sehr erfolgreich. Und der kubanische Immobilienmarkt wird bald hochknallen. Die meisten Städte stecken ja in den späten 50ern fest.“

Hudson sitzt im „The Globe“ in Coral Gables südlich von Miami Beach. In der Bar begehen Exilkubaner mit Rum und Zigarren aus der Heimat seit einer Woche die Nachricht des Monats – dass der verhasste Revolutionsführer Fidel Castro seine Ämter „vorübergehend“ seinem Bruder Raùl übertragen hat. Seit am Montag ein Regierungsmitglied der Karibikinsel erstmals von einer „friedlichen Übergabe“ der Macht sprach, scheint das Ende der Herrschaft des 79-jährigen Castro über Kuba näher denn je.

„Ya viene llegando“, heißt der Hit des Salsa-Barden Willy Chirino, den die Radiosender in Florida rauf und runter spielen: „Es ist an der Zeit.“

Die Exilkubaner in Miami fiebern dem „Tag X“ mit gemischten Gefühlen entgegen. Sie schmieden Investitionspläne wie Donny Hudson, aber sie fürchten sich auch vor den Folgen der Entfremdung von ihrer kommunistischen Heimat. Deshalb ist die deutsche Vereinigung in den kubanischen Bars von Miami in diesen Tagen eines der größten Themen.

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