Diebstahlserie
Berlin will gestohlene Luxus-Limousinen zurück

In Tadschikistan sollen gestohlene Luxuslimousinen aus Deutschland gelandet sein – bei Günstligen und Familienangehörigen des Präsidenten. Der Berliner Justizsenator geht gegen Familie des Präsidenten vor.
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BerlinBerlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) erhöht den Druck auf die Familie des tadschikischen Präsidenten Emomali Rachmon, gestohlene deutsche Luxus-Limousinen zurückzugeben. „Die Berliner Justizbehörde wird in Kürze ein neues Rechtshilfeersuchen auf Sicherstellung und Beschlagnahme der Fahrzeuge stellen“, sagte Heilmann dem Handelsblatt.

Die Mehrheit der der rund 90 Fahrzeuge befindet sich laut Heilmann im Besitz von Personen, die wirtschaftlich und familiär mit der Familie des tadschikischen Präsidenten verbunden sind. „Präsident Emomali Rachmon muss deshalb die Autos an Deutschland herausgeben“, sagte er.

Die Ermittlungsgruppe „Westwind“ der Berliner Kriminalpolizei hatte zahlreiche gestohlene Autos per GPS-Ortung in Tadschikistan aufgespürt. Kein Einzelfall für Heilmann, der mit seiner Forderung, „einen schwunghaften Handel“ mit Autos nicht nur nach Tadschikistan stoppen will. „Der Vorstoß soll weitere Täter davon abhalten, Autos nach Osteuropa zu verschieben“, sagte Heilmann. Der Schaden gehe in die Millionen, dem Treiben müsse ein Ende bereitet werden.

Tadschikistan reagierte bereits empört auf frühere Medienberichte, die gestohlenen Luxus-Limousinen aus Deutschland würden von der Familie des Präsidenten gefahren. „Solche eine Veröffentlichung ist eine absolute Verleumdung des Präsidenten und seiner Verwandten“, sagte ein Sprecher des autoritären tadschikischen Präsidenten. Dem Staatschef nahestehende Menschen seien nie in solch „schändliche“ Taten verwickelt gewesen und würden es auch nie sein. „Wie kann man aus Deutschland 200 Autos stehlen und nach Tadschikistan schaffen, wenn es in Deutschland und anderen europäischen Staaten doch unmöglich ist, auch nur eine Nadel zu stehlen?“, sagte der Sprecher.

Die Berliner Justiz hat nach eigenen Angaben bereits 2011 und 2012 sogenannte Rechtshilfeersuchen an die Behörden in Tadschikistan gestellt. Berlin bat um Unterstützung und das Beschlagnahmen der Autos. Mehr als Dokumente und Abschriften von Zeugenaussagen kamen in Deutschland aber nicht an. Tadschikistan war dem Uno-Abkommen gegen grenzüberschreitende organisierte Kriminalität von 2009 beigetreten.

Der Autor ist Ressortleiter Wirtschaft und Politik.
Thomas Sigmund
Handelsblatt / Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros

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