DIHK-Warnung
„Iran-Sanktionen bedrohen 10 000 deutsche Jobs “

Der DIHK schlägt Alarm: Wirtschaftssanktionen gegen den Iran wegen des Atomkonflikts würden nach Ansicht der deutschen Handelskammern tausende Arbeitsplätze in der Bundesrepublik gefährden. Schon jetzt müssten die Unternehmen Einbußen hinnehmen.

HB BERLIN. Der Verlust des Iran-Geschäftes könnte hier zu Lande über 10 000 Jobs bedrohen, erklärte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Freitag in Berlin. Der schwelende Konflikt zwischen dem Iran und der internationalen Gemeinschaft erzeuge ein Klima der Unsicherheit, das jetzt schon auf die wirtschaftliche Dynamik durchgeschlagen habe. Die Ausfuhren in das wichtigste Abnehmerland für deutsche Produkte im Mittleren Osten seien im ersten Halbjahr bereits um zehn Prozent gesunken.

Der Iran hatte am Donnerstag eine Frist des Uno-Sicherheitsrates zum Stopp seines Atomprogramms verstreichen lassen. Eine Uno-Resolution sieht für diesen Fall Beratungen über Sanktionen vor, die vor allem von den USA gefordert werden.

„Wirtschaftliche Sanktionen gegen Iran würden keine politischen Probleme lösen - wie das Beispiel Irak dramatisch zeigt“, erklärte der DIHK. Die deutsche Wirtschaft würde empfindlich in einem wichtigen Wachstumsmarkt getroffen. Eine Lösung der Krise sei nur auf dem Verhandlungsweg im Rahmen der Uno möglich. Wirtschaftlicher Austausch schaffe dabei Vertrauen.

 Infografik: Irans Exporte

 Infografik: Irans Importe

Dem DIHK zufolge lieferten deutsche Unternehmen im vergangenen Jahr Waren im Wert von über 4,4 Milliarden Euro in den Iran, insbesondere Maschinen, Autos, Eisenerzeugnisse und chemische Produkte. Etwa fünfzig deutsche Unternehmen seien mit eigenen Niederlassungen im Iran vertreten, über 12 000 seien zum Großteil mit eigenen Vertretern dort geschäftlich aktiv.

In der kommenden Woche sollen die fünf Uno-Vetomächte und Deutschland über mögliche Sanktionen verhandeln. Die EU-Außenminister wollten ab heute im finnischen Lappeenranta auch über Wege zur Fortsetzung des Dialogs mit Teheran beraten.

US-Präsident George W. Bush hatte Iran nach dem Ultimatum mit "Konsequenzen" gedroht. Der Führung in Teheran dürfe nicht erlaubt werden, "eine Atomwaffe zu bauen". Washington dringt jetzt auf Sanktionen gegen Teheran, hat aber auch erkennen lassen, dass es notfalls auch den Rückgriff auf Gewalt nicht ausschließt.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte, er rechne nicht mit einem militärischen Vorgehen Washingtons. Er sehe nicht, dass einer der an den Verhandlungen Beteiligten die Möglichkeit eines militärischen Vorgehens in den vergangenen Monaten erwogen habe, sagte der SPD-Politiker in der ARD. Allerdings müsse nun im Sicherheitsrat überlegt werden, "ob der Druck auf den Iran erhöht werden muss". Sollte Iran in den nächsten Tagen nicht doch noch zum Einlenken bewegt werden können, gehe er davon aus, dass der Sicherheitsrat Schritte unternehme, um "die internationale Handlungsfähigkeit des Iran zu beschränken". Das sei jedoch kein Weg, den er sich wünsche.

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