Diplomat
Spanischer Hilfsantrag binnen einer Woche

Dass Spanien in den kommenden sieben Tagen einen Antrag auf Finanzhilfen stellt, gilt als sicher. Passiert dies schon zum EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag, hätte das gleich mehrere Vorteile.
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ParisSpanien wird nach Einschätzung von Diplomaten womöglich schon binnen einer Woche einen Hilfsantrag an den neuen Euro-Rettungsfonds ESM stellen. „Die Dinge entwickeln sich“, sagte ein europäischer Diplomat am Mittwoch zu Spekulationen über einen spanischen Hilfsantrag. Demnach könnte Spanien von einer kombinierten Hilfe des ESM und der Europäischen Zentralbank (EZB) profitieren, die ihre Bereitschaft erklärt hatte, am Sekundärmarkt unbegrenzt Staatsschuldtitel von Krisenländern aufzukaufen.

Der Diplomat war sich „nicht sicher“, ob Spanien bereits zum EU-Gipfel in Brüssel am Donnerstag und Freitag einen Hilfsantrag stellt. Bei dem Gipfel könnten aber die Bedingungen für eine Hilfe für das überschuldete Land geklärt werden. „Die Spanier werden nur Hilfe beantragen, wenn sie sicher sind, was auf sie zukommt“, fügte er hinzu. Der Hilfsantrag könnte demnach nächste Woche gestellt werden, jedenfalls rasch nach dem EU-Gipfel. Dann könnte auch „ein Paket mit Griechenland“ geschnürt werden, das sein Hilfsprogramm bis Mitte November neu verhandeln muss.

Deutschland, das bisher die Meinung vertrat, dass Spanien keinen Hilfsantrag stellen müsse, freunde sich mit der Idee einer Intervention des Euro-Rettungsfonds und der EZB an, fügte der Diplomat hinzu. Die Höhe der Hilfe sei noch nicht festgelegt. „Aber der Betrag aus dem ESM ist nicht sehr bedeutend, das was zählt, ist, dass durch die Intervention dann auch die der EZB ausgelöst wird.“

Das Einspringen der EZB ist abhängig von einem vorher gestellten Hilfsantrag beim Euro-Rettungsfonds, was mit Auflagen für Strukturreformen und Sparziele verbunden ist. Spanien leidet trotz aller Sparanstrengungen weiter unter hohen Zinsen für seine Finanzierung.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Diplomat: Spanischer Hilfsantrag binnen einer Woche"

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  • "Das gleiche Szenario bei einer Bank, würde man von Markt Manipulation sprechen."

    Tja, wie man in den Wald ruft ...
    Die Staaten machen das allerdings nicht aus Gewinnabsicht, sondern um den Bürgern ihre notwendigen Dinge zu finanzieren, die vorher durch Spekulationen eben mit Gewinnabsicht vernichtet wurden.
    Was jetzt nicht heißen soll, das die Verschwendung weiter gehen soll, aber man hätte das mit Augenmaß machen können und die nächste Konjunkturkurve abwärts wäre dann eingeschlagen wie es auch sonst im System passiert.

  • Es ist schon erstaunlich, das immer bevor Spanien oder die andern Problem Länder, sich neues Geld am Markt beschaffen ( Staatsanleihen), über die Medien gute Nachrichten verbreitet werden. Siehe Meldungen von Dienstag, ( Spanien macht einen Scheinantrag auf EU Hilfe) um später dann wieder sich zu Zierren. Ach, wir brauchen doch keine Hilfe. Den Spanien begibt am Donnerstag neue Staatsanleihen. Wer da Böses denkt???? Das gleiche Szenario bei einer Bank, würde man von Markt Manipulation sprechen.

  • "Spanischer Hilfsantrag binnen einer Woche"

    Ach schon wieder? lol

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