Diplomat: Verhandlungen mit Iran unterbrochen
Verwirrendes Tauziehen um britische Soldaten

Widersprüchliche Berichte haben am Mittwoch für Verwirrung über die erwartete Freilassung der vor zwei Tagen im Iran festgenommenen britischen Militärangehörigen gesorgt. Anscheinend sind neue Schwierigkeiten zwischen London und Teheran aufgetreten.

HB TEHERAN/LONDON. Die Verhandlungen über die im Iran festgenommenen britischen Marinesoldaten sind iranischen Medienberichten zufolge am Mittwoch unterbrochen worden und sollen am Donnerstag fortgesetzt werden. Ein britischer Diplomat sagte, er haben die festgehaltenen Soldaten besucht und Nachrichten für deren Familien mitgenommen. „Sie waren in guter Verfassung und wurden gut behandelt“, sagte er.

Britische Diplomaten haben dagegen dementiert, dass die Verhandlungen auf Donnerstag vertagt worden seien. „Ich bin jetzt im Zimmer und die Gespräche werden fortgesetzt“, sagte ein Diplomat der Nachrichtenagentur Reuters. Der iranische Fernsehsender El Alam hatte zuvor berichtet, die zweite Runde der Verhandlungen sei vertagt worden.

Die Männer waren am Montag bei schlechtem Wetter vom Kurs abgekommen und in iranische Hoheitsgewässer geraten. Dadurch waren diplomatische Spannungen zwischen Iran und Großbritannien entstanden. Im iranischen Fernsehen hatten sich die Soldaten dafür entschuldigt. Der Zwischenfall hatte sich im Schatt el Arab ereignet, einer schmalen Wasserstraße, die den Südwesten Irans vom Irak trennt.

Unter Diplomaten und Analysten gibt es eine Reihe vom Theorien über die Motive des Iran für die Festnahme der Briten. Diese reichten von eine Revanche für den Druck Großbritanniens zur Aufgabe des Atomprogramms der islamischen Republik bis hin zu einem übereifrigen Regionalen Befehlshaber des Iran.

Nach einem Bericht der BBC soll es Schwierigkeiten bei der Formulierung einer gemeinsamen britisch-iranischen Erklärung zu dem Zwischenfall gegeben haben. Ein Berater von Präsident Mohammed Chatami soll demnach eine „offizielle Entschuldigung“ von der britischen Regierung verlangt haben. Die iranischen Behörden scheinen mittlerweile jedoch davon überzeugt zu sein, dass der Zwischenfall irrtümlich geschah.

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