Diplomaten beschreiben Gespräche als flexibel, konstruktiv, pragmatisch und ruhig: Bewegung bei Atomgesprächen mit Nordkorea

Diplomaten beschreiben Gespräche als flexibel, konstruktiv, pragmatisch und ruhig
Bewegung bei Atomgesprächen mit Nordkorea

Bei den Sechs-Länder-Gesprächen über eine Beendigung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms ist am Donnerstag das erste Ergebnis bekannt geworden: Nordkorea hat nach russischen Angaben die „Bereitschaft“ zur Aufgabe seines Atomwaffenprogramms gezeigt.

HB PEKING. Russlands Chefunterhändler, Vizeaußenminister Alexander Losjukow, sagte nach einem Bericht der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag, während Nordkorea die Bereitschaft zur Beseitigung seines Atomprogramms für militärische Zwecke gezeigt habe, wolle es sein Atomprogramm zur Stromerzeugung aber behalten. Zuvor hatten Südkorea, Russland und China Energielieferungen nach Nordkorea angeboten, wenn es auf sein Atomwaffenprogramm verzichtet. Die USA und Japan unterstützten diesen Vorschlag.

Die Gespräche werden am Freitag fortgesetzt. Am Ende des zweiten Tages beschrieb die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Zhang Qiyue, die Verhandlungen am Donnerstag als „konstruktiv, pragmatisch und ruhig“. Die Differenzen seien nicht unerwartet, sagte die Sprecherin vor Journalisten.

Die Delegationen Nordkoreas, der USA, Chinas, Südkoreas, Japans und Russland kamen am Donnerstagvormittag im chinesischen Staatsgästehaus zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen, nachdem am Mittwoch auch bilaterale Gespräche zwischen den USA und Nordkorea geführt worden waren. Russlands Delegationschef, Vizeaußenminister Alexander Losjukow, beschrieb Pjöngjang als vergleichweise flexibel, wie informierte Kreise berichteten. Nordkoreas Delegation habe Bereitschaft gezeigt, über die Vorwürfe der USA zu sprechen, dass Nordkorea neben dem Plutoniumprogramm auch eine Urananreicherung betreibe. Dessen Existenz wird aber unverändert als Erfindung der USA bestritten.

Die Delegationen trafen am Donnerstagnachmittag mit dem für Außenpolitik zuständigen chinesischen Staatsrat Tang Jiaxuan zusammen. Aus Südkoreas Delegation verlautete, die vierstündige Sitzung aller Delegationen am Vormittag sei „nicht schlecht“ verlaufen. Es sei um Entschädigungen in der ersten und zweiten Phase nach einem erklärten Verzicht Nordkoreas auf sein Atomwaffenprogramm gegangen, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf einen südkoreanischen Beamten. In Seoul sagte Vereinigungsminister Jeong Se Hyun, zu Beginn sei an Energiehilfen gedacht. Ein Einfreien des Atomprogramms allein reiche aber nicht aus.

Der ungelöste Konflikt über die Urananreicherung überschattet die seit Mittwoch laufenden Verhandlungen, deren Dauer ungewiss ist. Am ersten Tag gab es keine erkennbare Bewegung. Im Gegenzug für einen endgültigen Ausstieg aus dem Atomprogramm werden dem isolierten und unter Hunger leidenden stalinistischen Staat Wirtschaftshilfe, Sicherheitsgarantien und eine Normalisierung der Beziehungen in Aussicht gestellt.

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