Diplomatie
Bill Clinton auf schwieriger Mission in Nordkorea

Der frühere amerikanische Präsident Bill Clinton hat sich eine schwere Aufgabe vorgenommen: Er reiste überraschend nach Nordkorea, wo er sich dafür einsetzen will, dass zwei dort festgehaltene Journalistinnen freigelassen werden.

HB SEOUL. Die beiden amerikanischen Journalistinnen Laura Ling und Euna Lee waren im Juni wegen illegaler Einreise und feindlichen Handlungen gegen den kommunistischen Staat zu zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Sie hatten für den kalifornischen Sender Current TV, an dem der frühere US-Vizepräsident Al Gore beteiligt ist, aus der chinesischen Grenzregion zu Nordkorea berichtet. Sie wurden am 17. März in der Nähe des damals zugefrorenen Grenzflusses Tumen festgenommen.

Clinton, Ehemann von US-Außenministerin Hillary Clinton, sei von hochrangigen Funktionären am Flughafen in Empfang genommen worden. „Unsere Kinder empfingen Herrn Clinton mit Blumen“, hieß es im nordkoreanischen Fernsehen. Nach südkoreanischen Informationen ist auch ein Treffen mit dem Machthaber des kommunistischen Staats, Kim Jong Il, geplant. Mit dem Besuch verknüpfe sich die Hoffnung, dass Clinton auch die Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm wiederbeleben könnte.

Clinton ist der zweite frühere US-Präsident, der Nordkorea besucht. Jimmy Carter traf sich 1994 in Pjöngjang mit dem damaligen Staatschef Kim Il Sung.

Nach den jüngsten nordkoreanischen Atom- und Raketentests hatte Clintons Frau, US-Außenministerin Hillary Clinton, das Regime in Nordkorea mit einem kleinen Kind verglichen, das auf sich aufmerksam machen wolle. Daraufhin hatte das nordkoreanische Außenministerium erklärt, die Ministerin sei eine "komische Dame", die die elementaren Etikette der internationalen Gemeinschaft nicht kenne. Manchmal wirke sie wie ein kleines Schuldmädchen.

Ähnlich wie Clinton hatte bereits 1994 Ex-Präsident Jimmy Carter nach Ende seiner Amtszeit Nordkorea besucht. Er hatte den damaligen Machthaber und Staatsgründer Kim Il Sung - Vater des heutigen Diktators Kim Jong Il - getroffen. Das Treffen hatte Nordkorea damals an den Verhandlungstisch zurückgeführt.

Derzeit gilt das Land, dessen Bevölkerung unter bitterer Armut leidet, international als isoliert. Den jüngsten Atomtest im Mai hatten im Weltsicherheitsrat auch China und Russland, die bis dato die Verbindung nach Pjöngjang gehalten hatten, scharf verurteilt.

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