Diplomatische Spannungen
China sägt an Japans Kandidatur

Der Konflikt zwischen China und Japan weitet sich aus. Nach den antijapanischen Ausschreitungen in der Volksrepublik verschärft Peking die Spannungen mit einer provokanten Ankündigung. Den Japanern droht eine schmerzliche Niederlage im Kampf um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat.

HB NEU DELHI/TOKIO. Nur ein Land, das für seine Vergehen in der Vergangenheit die Verantwortung übernehme, könne das „Vertrauen der Menschen in Asien und der Welt gewinnen“, sagte der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao am Dienstag bei einem Besuch in der indischen Hauptstadt Neu Delhi.

Jiabao lehnte damit einen ständigen Sitz Japans im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ab. Die Äußerung gilt als Schlag ins Gesicht der Regierung in Tokio. Japan hatte sich in den vergangenen Monaten gemeinsam mit Deutschland, Brasilien und Indien für eine Reform des Rates eingesetzt – mit Hoffnung auf einen ständigen Sitz.

Es war die erste Reaktion eines Mitglieds der chinesischen Führung auf die antijapanischen Proteste in mehreren chinesischen Städten, die die Spannungen zwischen China und Japan verschärft haben.

China wirft seinem Nachbarland vor, sich bis heute nicht für seine brutale Expansionspolitik in Asien vor und während des Zweiten Weltkriegs entschuldigt zu haben. Für neue Spannungen zwischen beiden Staaten führte die jüngste Entscheidung Tokios, ein Schulbuch zuzulassen, das nach Auffassung Chinas und Nordkoreas die japanischen Kriegsverbrechen verharmlost.

Nach den Worten des chinesischen Regierungschefs können sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern nur verbessern, wenn Japan “ehrlich zu seiner Vergangenheit steht“.

Die Proteste auch in anderen Ländern Asiens gegen einen ständigen UN-Sicherheitsratssitz für Japan „müssten die Regierung in Tokio nachdenklich machen“. Dagegen unterstützte Wen erneut eine Kandidatur Indiens für einen ständigen Sitz.

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