Direktorenposten
Europäer einigen sich auf IWF-Kandidaten

Die Europäische Union will den früheren französischen Finanzminister Dominique Strauss-Kahn als neuen Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) vorschlagen. Damit hat sich Polen mit einem erst in letzter Minute unterbreiteten Gegenvorschlag nicht durchsetzen können.

HB BRÜSSEL. Die Finanzminister der 27 Mitgliedstaaten verständigten sich nach Angaben der portugiesischen Ratspräsidentschaft am Dienstag in Brüssel darauf, die Kandidatur Strauss-Kahns für das Amt zu unterstützen. Der Sozialist war vom konservativen französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy empfohlen worden.

Wenige Stunden zuvor hatte das polnische Finanzministerium mitgeteilt, es unterstütze die Kandidatur des ehemaligen Regierungschefs Marek Belka als IWF-Direktor. Belka, der auch den früheren polnischen Präsidenten Aleksander Kwasniewski in Wirtschaftsfragen beriet, gilt als ausgewiesener Finanzexperte.

Der jetzige IWF-Direktor Rodrigo de Rato scheidet im Oktober aus dem Amt. Seit der Schaffung des IWF im Jahr 1945 war der Direktor des Währungsfonds immer ein Europäer, während der Präsident der Weltbank bislang stets von den USA benannt wurde. Große Schwellenländer wie Brasilien und Indien haben diese Tradition jedoch wiederholt kritisiert.

Auch der britische Finanzminister Alistair Darling erklärte am Dienstag, die nicht-europäischen IWF-Staaten müssten bei der Entscheidung über Ratos Nachfolge mitreden dürfen. „Alle IWF-Mitglieder müssen Gelegenheit erhalten, ihre eigene Bewertung über die einzelnen Kandidaten vorzunehmen ... und dann natürlich den besten Kandidaten auswählen“, sagte Darling am Rande des Treffens in Brüssel. Nach der Entscheidung für Strauss-Kahn erklärte der britische Minister, der Franzose sei ein „glaubwürdiger Kandidat“, er sei aber auch auf die Vorschläge anderer Staaten gespannt. Für Strauss-Kahn hatte sich neben Frankreich besonders auch Deutschland stark gemacht.

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