Direktübertragung gestoppt: Lindh-Attentäter bestreitet Tötungsabsicht

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Lindh-Attentäter bestreitet Tötungsabsicht

Der Angeklagte Mijailo Mijailovic hat zum Prozessauftakt um die Ermordung der schwedischen Außenministerin Anna Lindh sein Geständnis der Tat bestätigt. Eine absichtliche Tötung habe jedoch nicht vorgelegen.

HB STOCKHOLM. Der 25-jährige Schwede und Sohn serbischer Zuwanderer ließ durch seinen Verteidiger Peter Althin sein vor einer Woche abgelegtes Tatgeständnis bestätigen, wies aber den Mordvorwurf der Staatsanwaltschaft zurück.

Althin erklärte, dass Mijailovic kurz vor der Tat mehrfach vergeblich psychiatrische Hilfe erbeten habe. „Es ging ihm furchtbar schlecht, und er hörte innere Stimmen“, sagte der Anwalt weiter. „Vielleicht hat sich hier eine unglückliche Kombination seiner Medizin ausgewirkt“, erklärte Anwalt. Mijailovic sei politisch völlig desinteressiert und habe keinerlei Aversionen gegen Lindh gehabt.

Oberstaatsanwältin Agneta Blidberg hatte den gefasst, aber auch angespannt wirkenden Angeklagten zuvor beschuldigt, den Mord an Lindh etwa 15 Minuten lang geplant zu haben, nachdem er die 46-jährige Ministerin beim Einkaufen im Stockholmer NK-Kaufhaus ohne Leibwächter erkannt habe. Blidberg schilderte ausführlich den Tathergang und präsentierte im Gerichtssaal mehrere Videosequenzen aus dem Stockholmer NK-Kaufhaus, wo Überwachungskameras Mijailovic mehrfach erfasst hatten.

Blidberg erklärte, dass der Täter entgegen seiner Aussage bei dem vor einer Woche abgelegten Geständnis keine Auslagen studiert, sondern sich nur auf Gängen in mehreren Stockwerken hin und her bewegt habe. Damit will die Anklage ihre Überzeugung untermauern, dass die Tat nicht spontan begangen wurde wie von Mijailovic angegeben. Die Täterschaft des Angeklagten bezeichnete Blidberg mit Hinweis auf mehrere DNA- und Blutspuren von Mijailovic an der Tatwaffe, einem Jagdmesser, sowie an der Kleidung Lindhs als zweifelsfrei nachgewiesen.

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