Diskussion über gemeinsame Währung
Skandinavier schmähen Euro weiter

Auch die Finanzkrise kann die Skepsis der Skandinavier nicht mildern. Obwohl führende Politiker sich für die Einführung des Euro einsetzen, sagt die Mehrheit der Dänen und Schweden weiterhin „Nej Tack“ zum Euro und lehnt die gemeinsame Währung ab.

STOCKHOLM. Die globale Finanzkrise hat in Nordeuropa die Diskussionen über einen eventuellen Beitritt zur Währungsunion intensiviert. Einflussreiche Politiker in beiden Ländern versuchen, Stimmung für den Euro zu machen. Doch der Meinungsumschwung mag sich nicht einstellen: In beiden Ländern ist eine Mehrheit der Wähler klar gegen die Gemeinschaftswährung.

Sowohl Dänemark als auch Schweden müssen vor einer eventuellen Euro-Einführung eine Volksabstimmungen abhalten. Im traditionell Euro-skeptischen Dänemark ist der Widerstand gegen die Gemeinschaftswährung zwar gesunken. Aber Umfragen sagen allenfalls ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Gegnern (42 Prozent) und Befürwortern (40 Prozent) voraus. Dass das nicht reicht, weiß auch Dänemarks Regierungschef Anders Fogh Rasmussen, obwohl eine Mehrheit der Unentschlossenen zu einem „Ja“ neigt. Rasmussen selbst befürwortet die Gemeinschaftswährung und hat ein neues Euro-Referendum bis 2011 in Aussicht gestellt – allerdings nur, wenn sich das Klima ändert.

Rasmussen agiert behutsam. Noch nicht verblasst sind die Erinnerungen an das, was 2000 in Dänemark und drei Jahre später in Schweden geschah: Obwohl kurz vor den Referenden in beiden Ländern eine klare Pro-Euro-Stimmung herrschte, kippte die Meinung kurz vor dem Wahltag, und Dänemark und Schweden sagten mit klarer Mehrheit „Nej Tack“ zum Euro.

Dass der Euro-Widerstand im hohen Norden Europas kompakt ist, hat gute Gründe: In den vergangenen Jahren sind Dänemark und Schweden mit ihrer Außenseiterrolle wirtschaftlich besser gefahren als die Euroländer. Das Wachstum war deutlich höher als in der Eurozone, die Arbeitslosigkeit signifikant niedriger, und auch die Inflation lag niedriger. Inzwischen aber sind die Vorteile eliminiert, die Nachteile einer kleinen und damit spekulationsgefährdeten Währung offenbar. Die lange Zeit fast vergessene Euro-Diskussion ist in beiden Ländern durch die Finanzkrise wieder in Fahrt gekommen.

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