Diskussion um Artikel 3 der Genfer Konventionen
Powell distanziert sich öffentlich von Bush

Der frühere US-Außenminister Colin Powell hat die Vorschläge von US-Präsident George W. Bush zu härteren Verhörtechniken bei mutmaßlichen Terroristen kritisiert.

HB WASHINGTON. Die Welt beginne, an der moralischen Grundlage unseres Kampfes gegen den Terrorismus zu zweifeln“, heißt es in einem am Donnerstag in Washington bekannt gewordenen Brief von Powell. Eine Neudefinition von Artikel 3 der Genfer Konventionen werde diese Zweifel nur noch verstärken und auch US-Soldaten in Gefahr bringen.

Nach dem Willen von US-Präsident George W. Bush soll der US-Kongress genau definieren, welche Praktiken bei Verhören von mutmaßlichen Terroristen gegen Artikel 3 der Genfer Konventionen verstoßen. Dieser Artikel schreibt unter anderem ein Verbot von grausamer Behandlung und Folter fest.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow, sagte am Donnerstag, dass die US-Regierung nichts neu definieren wolle. Die Regierung wolle lediglich herausfinden, was Artikel 3 der Genfer Konventionen bedeute.

Bush hatte am Donnerstag Mitglieder seiner Republikanischen Partei im US-Kongress besucht, um für sein Vorgehen zu werben. Zwei Monate vor den Wahlen zum US-Kongress im November ist Bushs Partei über den Umgang mit Artikel 3 der Genfer Konventionen gespalten.

Powell war unter Bush Außenminister von Januar 2001 bis Januar 2005.

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