Diskussion um US-Gefangenenlager
Bush prüft Alternativen zu Guantanamo

Nach scharfer Kritik aus aller Welt prüfen die USA anscheinend Alternativen zum Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba. Eine vollständige Schließung stehe jedoch nicht zur Debatte.

HB WASHINGTON. „Wir prüfen alle Alternativen um zu sehen, wie wir unser Ziel, Amerika zu schützen, am besten erreichen können“, sagte Bush. „Was wir nicht wollen, ist, jemand freilassen, der dann zurückkommt und uns Schaden zufügt.“ Bei den Gefangenen handele es sich schließlich um Terroristen.

Nach Angaben von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gibt es keine Pläne für eine Schließung des Lagers. „Ich kenne keinen in der Regierung, der die Schließung von Guantanamo in Erwägung zieht“, sagte Rumsfeld am Mittwoch in Stavanger (Norwegen), bevor das Interview mit Bush ausgestrahlt wurde.

Die Schließung hatten unter anderem der ehemalige Präsident Jimmy Carter und der führende Demokrat im Senatsausschuss für auswärtige Angelegenheiten, Joseph Biden, gefordert. Das Lager schädige dem Ruf der USA als Verfechter der Menschenrechte und liefere Terrorgruppen unnötigen Vorwand für die Rekrutierung von Extremisten.

Die USA halten auf dem Stützpunkt auf Kuba rund 540 Männer teilweise seit mehr als drei Jahren fest. Gegen sie ist bislang keine Anklage erhoben worden. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty verglich die Einrichtung mit sowjetischen Arbeitslagern. Entlassene berichteten von Misshandlungen. Das Pentagon räumte inzwischen ein, dass in dem Lager unter anderem der Koran entweiht wurde.

Bush sagte, die Gefangenen würden im Einklang mit den Genfer Schutzbestimmungen für Kriegsgefangene behandelt. Als solche erkennt die Regierung sie allerdings nicht an, weil sie nicht in Uniform für ein Land kämpften, als sie aufgegriffen wurden.

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