Dissens mit USA: EU ruft nach mehr Geld für den IWF

Dissens mit USA
EU ruft nach mehr Geld für den IWF

Gebeutelt von der Staatsschuldenkrise fordert die EU von den G20 mehr Geld für den Internationalen Währungsfonds. Doch die USA zum Beispiel denken nicht daran, den Fonds um weitere 600 Milliarden Dollar aufzustocken.
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Brüssel/Washington/TokioDie EU hofft auf eine baldige Einigung im G20-Kreis der führenden Industrie- und Schwellenländer über eine Aufstockung der Krisenhilfemittel des Internationalen Währungsfonds. Eine Vereinbarung sei voraussichtlich beim nächsten G-20-Finanzministertreffen im Februar möglich, sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Donnerstag in Brüssel. Die Kommission rief zugleich die G-20-Partner wie die USA, Kanada oder Brasilien zu einem Beitrag dazu auf.

„Wir würden einen Beitrag der G-20-Staaten zur finanziellen Stärkung des IWF sehr begrüßen“, sagte der Sprecher. Die Euro-Staaten hatten im Dezember beschlossen, die Mittel des IWF um 150 Milliarden Euro (rund 200 Milliarden Dollar) aufzustocken. Dazu kommen voraussichtlich noch Beiträge von EU-Staaten, die der Währungsunion nicht angehören.

Der IWF strebt eine Erhöhung um 600 Milliarden Dollar an. Doch die IWF-Pläne zur Kapitalaufstockung zur Krisenbekämpfung stoßen weltweit auf ein geteiltes Echo: Während die USA weitere Beiträge ablehnten, zeigte sich Japan am Donnerstag offen für Gespräche. „Wir befinden uns nun in einem Stadium, wo wir die Verhandlungen starten“, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Bisher habe sich Japan nicht zu bilateralen Darlehen an den IWF verpflichtet, um Europas Anstrengungen zur Beendigung der Schuldenkrise zu unterstützen. China stellte sich ebenfalls hinter die Bemühungen des IWF, seine Schlagkraft zu erhöhen. Man stehe hinter den G20-Beschlüssen, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums. Allerdings erteilte die Volksrepublik keine Zusage für weitere Gelder.

Die USA haben der Bereitstellung von weiteren Ressourcen für den IWF eine Absage erteilt. „Wir haben unseren internationalen Partnern mitgeteilt, dass wir keine Absicht haben, dem IWF zusätzliche Ressourcen bereitzustellen“, sagte eine Sprecherin des US-Finanzministeriums. Beobachter erwarten nicht, dass die Regierung in Washington mitten im Wahlkampf ihre Meinung ändert. Präsident Barack Obama stellt sich im November zur Wiederwahl.

Der IWF strebt danach, seinen Fonds um bis zu 600 Milliarden Dollar aufzustocken, um auf den gestiegenen Finanzierungsbedarf reagieren zu können. 500 Milliarden Dollar sollen für Kredite genutzt werden und die restlichen 100 Milliarden Dollar als „Schutzpuffer“.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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