„Distinguished Warfare Medal“: US-Militär erfindet Orden für Cyber-Kämpfer

„Distinguished Warfare Medal“
US-Militär erfindet Orden für Cyber-Kämpfer

Im Orden-Schrank des Pentagon hängt künftig auch die „Distinguished Warfare Medal“. Sie gibt es für US-Soldaten nach erfolgreichen Drohnen- oder Cyber-Angriffe – selbst wenn diese nicht ihr Leben im Kampf riskieren.
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WashingtonUS-Verteidigungsminister Leon Panetta (74) hat zu seinem Abschied eine neue Ehrenmedaille eingeführt: Mit der „Distinguished Warfare Medal“ für „herausragende Kriegsführung“ sollen Soldaten künftig für besondere Leistungen im Drohnen- und Computer-Krieg ausgezeichnet werden. Er habe in seinen Jahren als CIA-Chef und als Minister erlebt, „wie moderne Techniken wie ferngesteuerte Plattformen und Cyber-Systeme die Art und Weise verändert haben, wie Kriege geführt werden“, sagte Panetta am Mittwoch in Washington.

Auch wenn die Drohnen und die Internetangriffe vom Computer aus gesteuert würden, so „entfernen sie doch Feinde vom Kampffeld“, sagte Panetta. Für diese Art der Hightech-Kriegsführung habe es bislang keine eigene Auszeichnung gegeben, sagte der Minister. Deshalb gebe er jetzt die Einführung einer entsprechenden Medaille bekannt.

„Unser Militär hat die höchsten Auszeichnungen für diejenigen reserviert, die Tapferkeit und Mut in Aktionen bewiesen haben, in denen ihr Leben in Gefahr war“, sagte Panetta. Dies solle auch weiterhin so sein. „Aber wir sollten auch die Möglichkeit haben, andere Aktionen auszuzeichnen, die entscheidend für Kampfhandlungen sein können.“

Der von Präsident Obama stark ausgeweitete Drohnenkrieg gegen Terroristen ist umstritten. Kritiker monieren vor allem eine nicht ausreichende gesetzliche Legitimierung der Einsätze, besonders wenn es um gezielte Tötungen auch von US-Bürgern gehe.


Panetta, der in Kürze vom Republikaner Chuck Hagel abgelöst werden soll, erinnerte sich bei seinem Abschied besonders an die Tötung von Terroristenchef Osama bin Laden, den Spezialeinheiten im Mai 2011 in Pakistan aufgespürt hatten. „Es war eine ganz spezielle Operation, und ich glaube, sie hat viel dazu beigetragen, die Sicherheit des Landes zu wahren“, sagte Panetta. Die Bin-Laden-Operation sei „sehr risikoreich“ gewesen. „Wir hatten niemals hundert Prozent Sicherheit, dass sich Bin Laden wirklich dort befand.“

Panetta war bis April 2011 CIA-Chef, dann wechselte er an die Spitze des Pentagon. Als Pensionär will er sich nach Kalifornien zurückziehen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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