DIW-Chef Fratzscher
“Kapitalkontrollen werden Situation schlimmer machen“

Kontrollen der Geldströme werden nach Einschätzung von DIW-Chef Fratzscher schwere Folgen für Griechenland haben. Allerdings seien Kontrollen die einzige Option, um einen Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern.
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BerlinMögliche Kontrollen der Geldströme in Griechenland werden nach Einschätzung von DIW-Chef Marcel Fratzscher schwerwiegende Folgen für das Land haben. Allerdings seien Kapitalverkehrskontrollen die einzige Option der griechischen Regierung, um einen kompletten Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern, sagte Fratzscher am Sonntag in einem Interview von Reuters TV. „Sie werden die Situation in Griechenland aber noch schlimmer machen. Denn es ist ja ein extremer Vertrauensverlust, wenn die Regierung den Bürgern sagt, ihr kommt an euer Geld nicht mehr ran, euer Geld ist erst einmal weg.“

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung rechnet damit, dass die griechische Wirtschaft unter solchen Kontrollen nochmal deutlich stärker leiden würde. Eine tiefe Rezession sei dann unvermeidlich. Ohnehin werde es durch den Ausstieg der Griechen aus den Verhandlungen zu Verwerfungen an den Finanzmärkten kommen. „Auch wir werden das zu spüren bekommen.“

Die Athener Regierung war bei den 18 anderen Staaten der Euro-Zone mit ihrem Vorhaben gescheitert, das am Dienstag auslaufende Hilfsprogramm zu verlängern. Ob das Land seinen Zahlungsverpflichtungen noch nachkommen kann, ist unklar. Die Regierung erwägt deswegen Kapitalverkehrskontrollen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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