DNA-Material wird untersucht
Mutmaßlicher Lindh-Mörder identifiziert

Bei der Suche nach dem Mörder der schwedischen Außenministerin Anna Lindh ist die Polizei einen Schritt weiter: der mutmaßliche Mörder ist identifiziert - ein Haftbefehl wurde erlassen.

HB STOCKHOLM. Sechs Tage nach der Ermordung der schwedischen Außenministerin Anna Lindh hat die Polizei in Stockholm am Dienstag den Hauptverdächtigen namentlich identifiziert. Wie Polizeisprecherin Agnetha Styrwoldt-Alfheim mitteilte, hat die Staatsanwaltschaft gegen den Mann einen „Haftbefehl in Abwesenheit“ erlassen.

Offen blieb, ob die Freundin des namentlich ermittelten Verdächtigen, bereits verhört werden konnte, wie dies Medien ebenfalls ohne offizielle Quelle meldeten.

Der namentlich bekannte Hauptverdächtige soll nach Zeitungsangaben Kontakte zu rechtsextremen Kreisen in Schweden haben. Die Zeitung „Aftonbladet“ berichtete in ihrer Internetausgabe, der er sei mehrfach wegen schwerer Vergehen vorbestraft und mit mehreren führenden Neonazis in Schweden befreundet. Er habe bereits 20 Vorstrafen wegen zahlreicher Gewalttaten.

Die Behörden dementierten aber einen Bericht der Boulevardzeitung „Expressen“, wonach der Tatverdächtige bereits festgenommen wurde.

Das DNA-Material an der zurück gelassenen Baseballkappe des mutmaßlichen Täters sei sichergestellt worden und werde nun analysiert. Die Ermittlungen in ganz Europa liefen auf Hochtouren.

In ersten Kommentaren von Fahndungsexperten zur Mitteilung der Polizei hieß es, den Ermittlern sei ein zentraler Durchbruch bei der Jagd nach dem möglichen Täter gelungen. Allerdings stehe nach einer etwaigen Ergreifung immer noch ein langer Prozess zur endgültigen Klärung des Mordfalls aus.

Der Mord an Lindh überschattete auch die Eröffnung der neuen Sitzungsperiode des Parlaments in Stockholm. Reichstagspräsident Björn von Sydow sagte, ein eiskalter Wind sei über Schweden hinweg gefegt, und die Kälte habe das Land immer noch fest im Griff. Die Erinnerung an Lindh solle gleichwohl eine leuchtende sein. Die Parlamentssitzung wurde dann formell von König Carl XVI. Gustaf eröffnet.

Lindh war am Mittwoch in dem NK-Kaufhaus niedergestochen worden und am Donnerstag ihren Verletzungen erlegen. Am Montag hatte die Polizei erklärt, die Fahnder kämen dem Verdächtigen näher, hätten ihn aber noch nicht namentlich identifiziert.

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