Dörfer besetzt
Philippinisches Militär startet Offensive gegen Muslimrebellen

Das philippinische Militär hat im Süden des Landes eine Offensive gegen hunderte muslimische Rebellen gestartet, die seit der vergangenen Woche mehrere Dörfer besetzt halten. Wegen des Konfliktes sind laut Regierungsangaben vom Sonntag inzwischen rund 80 000 Menschen aus der Provinz Nord Cotabato rund 900 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila auf der Flucht.

MANILA. Die Rebellen hätten zahlreiche Häuser angezündet und geplündert, hieß es. Die Rebellen wollen die Einhaltung eines umstrittenen Abkommens zwischen der "Moro Islamischen Befreiungsfront" (MILF) und der Regierung über eine Landzuteilung erzwingen. Die Behörden in den betroffenen Gemeinden hatten die Umsetzung der Verabredung abgelehnt, mit der die Muslime mehr Autonomie in der südlichen Region des überwiegend katholischen Landes erreichen wollten.

Auslöser der Eskalation ist eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes des Landes, den katholische Politiker im Territorialstreit mit den Rebellen angerufen hatten. In der Entscheidung erklärten die Richter das Abkommen über eine Erweiterung einer autonomen Muslimregion in der südlichen Provinz Mindanao für nicht verfassungskonform.

Die MILF kämpft seit 1978 für mehr Autonomie für die muslimischen Provinzen des Landes. Sie ist die größte von mehreren muslimischen Separatistengruppen auf den Philippinen. Friedensgespräche zwischen den Rebellen und der Regierung waren 2007 ins Stocken geraten.

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