Dogan: Festnahmen beim türkischen Medienkonzern

Dogan
Festnahmen beim türkischen Medienkonzern

Dogan besitzt die Tageszeitung „Hürriyet“ und den Fernsehsender CNN Turk. Nun haben die türkischen Behörden den Medienkonzern ins Visier genommen. Das wirkt sich auch auf den Aktienkurs des Unternehmens aus.
  • 0

Istanbul/AnkaraDie türkischen Behörden haben im Vorgehen gegen Anhänger des Predigers Fethullah Gülen den Medienkonzern Dogan ins Visier genommen. Nach Razzien wurden der Chefjustiziar und ein früherer Vorstandschef festgenommen, erklärte das Unternehmen am Donnerstag. Die Untersuchungen hätten die privaten Büros und Wohnungen der beiden betroffen. Die Geschäfte das Unternehmens und seiner Töchter seien davon nicht betroffen. Dennoch brach der Dogan-Aktienkurs zu Handelsbeginn um rund zehn Prozent ein. Dogan besitzt die Tageszeitung „Hürriyet“ und den Fernsehsender CNN Turk, außerdem hält die Holding unter anderem Beteiligungen an Finanz-, Energie- und Tourismusunternehmen. Hürriyet-Papiere gaben um bis zu 7,6 Prozent nach.

Die türkischen Behörden haben am Donnerstag Haftbefehle gegen fast 400 Unternehmer erlassen, denen Verbindungen zum Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen werden. Nach Berichten staatlicher Medien ergingen 380 Haftbefehle gegen Geschäftsleute wegen Finanzierung von Gülen-Einrichtungen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anatolien meldete, zeitgleich mit den Haftbefehlen seien Anordnungen zur Durchsuchung der Privat- und Geschäftsräume der Beschuldigten erteilt worden.

Die Regierung wirft dem im US-Exil lebenden Gülen vor, Drahtzieher des versuchten Staatsstreichs im Juli zu sein. Dieser bestreitet die Vorwürfe. Bei dem Putschversuch und seiner Niederschlagung starben mehr als 240 Menschen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Dogan: Festnahmen beim türkischen Medienkonzern"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%