Dokumentation
„Dies ist ein zweites Pearl Harbour“

Vor zehn Jahren wurde die USA von den Anschlägen des 11. Septembers erschüttert. Am 12.9.2001 erschien im Handelsblatt dieser Text der drei damaligen US-Korrespondenten - ein Zeitzeugnis aus dem Zentrum der Katastrophe.
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New YorkFür Vito Sacchieri beginnt jener unvergessliche Tag des 11. September mit einer Routinefahrt zum World Trade Center. Seine weiße Limo bewegt sich wie ein Schlachtschiff durch die Straßen Manhattans, in seinem Fond zwei Manager der Investment-Bank UBS Warburg. Es ist 8.46 Uhr, als Vito die beiden Banker in einen der beiden 414 Meter hohen Türme hineingehen sieht. Ein kurzer Blick, ein Knall. „Die beiden Männer waren gerade im Hochhaus verschwunden, als brennende Trümmer auf mein Auto stürzten.“

Vito hat überlebt, die beiden Banker hat er nicht mehr gesehen. Jetzt heulen die Sirenen der Feuerwehrwagen und Polizeiautos ums World Trade Center, an dem, wie an jedem Werktag, fast 50 000 Menschen arbeiten. Und während die Menschen aus den umliegenden Büros des Finanzdistrikts laufen und ungläubig nach oben starren, versteht Vito langsam, was passiert ist. Ein Flugzeug, es war, wie man später weiß, eine Boeing der American Airlines, hat einen Turm des World Trade Centers gerammt. Wenig später werden weitere drei Flugzeuge auf die USA gestürzt sein, und das stolze Land erlebt einen Angriff wie seit Pearl Harbour nicht mehr. An einem schönen Septembermorgen, dessen blauer Himmel sich über der Südspitze Manhattans hässlich grau färbt wie nach einem Sandsturm in der Wüste.

Es ist Krieg in Manhattan. Der Albtraum aller Amerikaner ist Wirklichkeit geworden: Internationale Terroristen haben die USA angegriffen. In New York, in Washington und sogar in Pennsylvania, 150 Kilometer südöstlich von Pittsburgh, wo eine entführte 757 der United Airlines auf dem Flug zwischen Newark und San Francisco in Rauch aufgegangen ist.

Jane, eine etwa 30 Jahre alte schwarze Frau aus New York, hat sich in ein Schnell-Restaurant in der Liberty Street geflüchtet. Es ist überfüllt, Menschen schauen ungläubig auf das World Trade Center. Draußen regnet es weiter Asche, Teile des Hochhauses fallen vom Himmel wie glühende Briketts. „Ich habe so viele Kollegen da oben“, sagt Jane weinend und zeigt auf den Turm vor ihren Augen. An Janes Hals hängt noch ihr Sicherheitsausweis; das World Trade Center galt als bestgesichertes Bürogebäude der Welt. Der Koch des Restaurants läuft aus der Küche. „Das waren Terroristen“, schreit er.

Es ist 9.04 Uhr. Seine Stimme wird übertönt von einer neuerlichen Explosion. Scheiben des Restaurants zerspringen. Immer mehr Menschen drängen in den Schnell-Imbiss. „Ein zweites Flugzeug hat den zweiten Turm getroffen“, schreit ein Mexikaner.

Kommentare zu " Dokumentation: „Dies ist ein zweites Pearl Harbour“"

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  • Die dt. Zivilisten hatten auch keine Chance, es war zu schwierig.

  • Es ist schwierig Feinde, die aus den eigenen Reihen kommen, zu bekämpfen. Der erste Schritt muss jedoch sein diese zu erkennen: http://www.youtube.com/watch?v=JtbBd35G-u8

  • Schrecklich
    einfach schrecklich

    bisher haben nur die Amis den anderen den Tod gebracht
    nun kam der Tod aus der Luft auch zu ihnen

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