Dollarschwäche überschattete G20-Treffen
G-20 schweigt zum Thema Dollarschwäche

Die Dollarschwäche ist für die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) kein Anlass für eine offizielle Stellungnahme. Die Aussichten für die Weltwirtschaft bewerten die G-20 als gut, doch sei wegen hoher Ölpreise und anderer Risiken mit einer Wachstumsabschwächung zu rechnen.

HB BERLN. Zwar war die Dollarschwäche bei dem Berliner G-20-Gipfel am Wochenende weder offizielles Beratungsthema noch Teil der Abschlusserklärung, aber nach Angaben von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) gilt als gemeinsame Grundlinie weiter die von den sieben führenden Industrieländern (G-7) im Frühjahr entwickelte Position, dass übergroße Schwankungen der Wechselkursen als „nicht wünschenswert“ für die Entwicklung des Wachstums betrachtet werden. „Es wäre nicht redlich zu sagen, wir haben nicht darüber (Wechselkurse) gesprochen“, sagte Eichel.

Die G-20 betonten die Notwendigkeit von Haushaltskonsolidierung, Strukturreformen und Abbau der weltwirtschaftlichen Ungleichgewichte. Um den hohen Ölpreis zu dämpfen, bedürfe es der engen Zusammenarbeit von Ölförder- und -verbraucherländern sowie mehr Transparenz an den Ölmärkten.

Die Teilnehmer verständigten sich auch darauf, den Informationsaustausch in Steuerfragen zu verbessern. Dazu zählten Beschlüsse zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Geldwäsche. Sie verpflichteten sich auf die Übernahme entsprechender OECD-Standards. Zudem einigten sie sich nach Eichels Worten auf Verfahrensregeln bei Umschuldungen. Argentinien, das mit seinen Gläubigern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) um die Umschuldung seiner Verbindlichkeiten von rund 100 Milliarden Dollar ringt, wird diese Regeln aber Eichel zufolge nicht übernehmen. Das Land gehört zwar der G-20 an, war aber nicht in Berlin vertreten.

Die Dollarschwäche, über die US-Finanzminister John Snow in Berlin nicht sprechen wollte, spielte indirekt eine wichtige Rolle bei dem Treffen. Nach Eichels Worten formulierte die G-20 für die einzelnen Teilnehmerländer Maßnahmen, mit denen die Ungleichgewichte im Weltfinanzsystem und damit auch unerwünschte Auswirkungen auf die Wechselkurse beseitigt werden könnten. Er wies dabei vor allem auf die hohe Staatsverschuldung und die schlechte Leistungsbilanz der USA hin: „Das Doppeldefizit in den Vereinigten Staaten ist ein Problem.“ Sein US-Kollege John Snow sagte, er habe auf der Konferenz das Ziel der US-Regierung erläutert, das US-Etatdefizit in absehbarer Zeit zu halbieren.

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