Dombret-Rede
Rettungsfonds muss kein Musterschüler sein

Verzweifelt suchen Europas Politiker nach Wegen, um die Schlagkraft des Rettungsfonds zu erhöhen. Dabei spielt die Sorge um Frankreichs Bonität eine große Rolle. Ein neuer Vorschlag soll dagegen vorbeugen.
  • 4

Frankfurt/BerlinBundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret schlägt zur Lösung des Streits um eine höhere Schlagkraft des Euro-Rettungsschirms EFSF einen Verzicht des Fonds auf eine Top-Bewertung der Ratingagenturen vor. Dadurch könnten mehr Mittel als die aktuell verfügbaren 440 Milliarden Euro freiwerden, sagte Dombret am Donnerstag laut Redetext in Berlin. Die bisher diskutierten Vorschläge, etwa eine Hebelung des Fonds, seien problematisch. „Mit dem Verzicht auf das AAA-Rating steht dagegen ein Weg bereit, der das Ausleihvolumen der EFSF ebenfalls erhöhen würde.“

Bislang liegt das Garantievolumen des Rettungsfonds bei 780 Milliarden Euro. Davon kommen jedoch nur 440 Milliarden Euro von Ländern mit der Top-Bonität AAA. Da EFSF- Chef Regling bei der Einrichtung des Fonds darauf bestanden hatte, das sich dieser zur Top-Note refinanzieren muss, kann nur dieses Volumen ausgeschöpft werden. Bislang trägt auch Frankreich mit seiner Top-Bonität zur Garantie der 440 Milliarden Euro bei.

Viele Experten fürchten jedoch, dass auch Frankreich seine Top-Bonität verlieren könnte. Dombret ist deshalb wohl auch von dieser Angst getrieben. Denn wenn Frankreich sein Top-Rating verliert, würde das Garantievolumen des Rettungsfonds weiter sinken. Sollte sich der Fonds dagegen auch mit einer eine schlechteren Bonitätsnote zufrieden geben, wäre dies kein Problem.

Dombret stellt die Top-Bonität für den Fonds in Frage: „Im Gegensatz zu einer Hebelung wären bei einem Verzicht auf die Bestbewertung die Risiken für den Steuerzahler geringer. Die etwas niedrigere Bonitätseinstufung der EFSF-Anleihen würde zwar die Refinanzierungskosten des EFSF etwas erhöhen. Diese Kosten wären aber von den Hilfe empfangenden Ländern zu tragen.“ Somit würden zugleich die Anreize für eine schnelle Rückkehr an den Kapitalmarkt dieser Länder erhöht.

Seite 1:

Rettungsfonds muss kein Musterschüler sein

Seite 2:

"Quasi unbegrenzter Geldfluss in die Kapitalmärkte"

Kommentare zu " Dombret-Rede: Rettungsfonds muss kein Musterschüler sein"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Es gibt doch so einige, die haben es immer noch nicht kapiert, dass die Euroskeptiker um Prof. Hankel von Anfang an Recht hatten: Der Euro funktioniert nicht, und kollabiert jetzt folgerichtig. Da ist nichts zu retten. Jeder weitere Versuch der "Rettung" dieser Währung mit BILLIONEN neuer Schulden (denkt mal drüber nach!) führt unweigerlich zum DEUTSCHEN Staatsbankrott. Wunschdenken hilft hier nicht weiter.
    Das einzige, was tatsächlich sinnfällig wäre ist der Austritt des Fremdkörpers Deutschlands aus der Währungsunion. Das gäbe den anderen die notwendige Luft zum Atmen. Gemeinsam als "Schicksalsgemeinschaft" - übrigens ein Begriff der Nazis von 1943 - gehen alle nur unter.

  • .
    Wenn's wenigstens Papier wäre, könnte man sich noch den Arsch damit abputzen. Es sind nur Bits und Bytes.

    In der Weimarer Republik hatte man wenigstens noch das Hindernis viel Papier aufbringen und drucken zu müssen, aber heute ?
    .
    .

  • Wenn die "Eier in den Hosen" hätten, würde die endlich mit dem Reset beginnen. Leute, wir sind überschuldet, wir leben nur noch von Krediten!

    Die Politiker haben uns verkauft!

    Startet endlich das System neu!!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%