Donald Trump „Habe wahrscheinlich ein gutes Verhältnis zu Kim Jong Un“

Nach monatelangem Verbalkrieg bezeichnet Trump sein Verhältnis zu Nordkoreas Machthaber in einem Interview plötzlich als gut. Bei den Themen Grenzmauer und Nafta greift der US-Präsident auf bewährte Attacken zurück.
Update: 12.01.2018 - 00:40 Uhr Kommentieren
Einst bezeichnete er ihn als „Little Rocket Man“, nun stellt Donald Trump sein Verhältnis zu Kim Jong Un in einem Interview als gut dar. Quelle: AP
USA

Einst bezeichnete er ihn als „Little Rocket Man“, nun stellt Donald Trump sein Verhältnis zu Kim Jong Un in einem Interview als gut dar.

(Foto: AP)

WashingtonInmitten der scharfen Auseinandersetzung mit Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump völlig überraschend sein Verhältnis zu seinem Gegenüber Kim Jong Un als gut bezeichnet. „Ich habe wahrscheinlich ein gutes Verhältnis zu Kim Jong Un“, sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“. „Ich habe Beziehungen zu Leuten. Ich denke, Sie wären überrascht.“

Bisher hatten sich Kim und Trump gegenseitig mit Beleidigungen und Drohungen attackiert. Der US-Präsident hatte dem Land mit noch nie da gewesenem „Feuer und Wut“ sowie totaler Zerstörung gedroht. Trump nannte Kim unter anderem „klein und fett“, „Little Rocket Man“ (Kleiner Raketenmann) und „verrückt“. Kim warf dem US-Präsidenten vor, geistesgestört zu sein.

Vor dem Hintergrund des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms war der Streit immer weiter eskaliert. In mehreren Berichten wird die Sorge geäußert, die USA bereiteten sich auf einen Krieg mit Nordkorea vor. Zuletzt beharrte Trump darauf, den größeren „Atomknopf“ als sein Gegenüber in Pjöngjang zu haben.

Gefragt, ob er mit Kim schon einmal gesprochen habe, sagte Trump dem „Wall Street Journal“: „Ich möchte das nicht kommentieren. Ich werde nicht sagen, ob oder ob nicht.“

„Kein Politiker in der Geschichte wurde unfairer behandelt“
„America first.“
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Donald Trump bei seiner Antrittsrede in Washington am 20. Januar 2017. Alle Zitate sind aus diesem Jahr.

„Nein, das ist kein Muslimbann.“
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Donald Trump am 25. Januar in einem Interview über das von ihm erlassene Einreiseverbot gegen Menschen aus mehreren muslimisch geprägten Ländern.

„Ich muss Ihnen sagen, das ist eine unglaublich komplexe Sache. Niemand wusste, dass Gesundheitspolitik so kompliziert sein könnte.“
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Donald Trump am 27. Februar in Washington vor Gouverneuren. In dieser Woche scheiterten Trumps Pläne für eine Gesundheitsreform an den unsicheren Mehrheitsverhältnissen im Senat. Der Gesetzesvorschlag kam nicht zur Abstimmung.

„Wir werden die Vorschriften stoppen, welche die Zukunft und die Existenz unserer großartigen Kohle-Bergmänner bedrohen.“
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Trump am 28. Februar in einer Rede vor dem US-Kongress.

„Arnold Schwarzenegger verlässt „The Apprentice“ nicht freiwillig, er wurde wegen seiner schlechten (armseligen) Einschaltquoten gefeuert, nicht von mir.“
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Trump am 4. März auf Twitter über seinen TV-Nachfolger.

„Wie tief ist Präsident (Barack) Obama gesunken, meine Telefone während des heiligen Wahlprozesses anzuzapfen. (...) Böser (oder kranker) Typ!“
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Trump am 4. März auf Twitter mit bislang unbelegten Behauptungen über seinen Amtsvorgänger (r.).

„Zumindest haben wir vielleicht etwas gemeinsam.“
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Trump am 17. März bei einer Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (r.) in Washington zu seinen Abhörvorwürfen gegen Obama und dem Lauschangriff der US-Geheimdienste auf Merkels Handy in Obamas Regierungszeit.

Am Mittwoch hatten sich Trump und sein südkoreanischer Amtskollege Moon Jae In telefonisch darauf verständigt, den Druck auf das kommunistisch geführte Nordkorea aufrechtzuhalten. Den Angaben zufolge zeigte sich Trump offen, selbst Gespräche mit Nordkorea zu führen. Diese müssten aber zur richtigen Zeit und unter den richtigen Umständen stattfinden, hieß es vom Weißen Haus ohne nähere Erläuterung.

Harsche und persönliche Kommentare auf Twitter bezeichnete Trump in dem Interview als Teil einer breiteren Strategie. „Sie werden das bei mir häufiger erleben“, sagte er. „Und dann, auf einmal, ist jemand mein bester Freund. Ich könnte Ihnen 20 Beispiele geben. Sie mir 30. Ich bin ein sehr flexibler Mensch.“

Trump bekräftigte in dem Interview zudem seine Ansicht, Mexiko solle für eine von ihm geplante Mauer an der mehr als 3100 Kilometer langen Grenze zwischen beiden Ländern zahlen. „Sie können dafür indirekt über Nafta zahlen“, sagte er mit Blick auf mögliche neue Regelungen in dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen.

Nafta wird derzeit zwischen den USA, Kanada und Mexiko neu verhandelt und ist seitens der USA unter Beschuss. „Wisst ihr was? Mexiko zahlt“, sagte Trump dem Blatt. Vor allem in Kanada herrscht nach mehreren erbitterten Zollstreitigkeiten mit den USA erhebliche Skepsis über die Zukunft von Nafta.

Die Diskussion über das Freihandelsabkommen will Trump bis nach der Wahl in Mexiko am 1. Juli offenhalten. „Mir ist klar, dass viele Dinge vor einer Wahl schwer zu verhandeln sind“, sagte Trump. Gleichzeitig erklärte der US-Präsident, dass er das Freihandelsabkommen beenden wolle, wenn es nicht zu einem für die USA besseren Deal komme.

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