Donald Trump Jr.
Der Sohn wird zum Problem für seinen Vater

Der älteste Sohn des US-Präsidenten war im Wahlkampf ein guter Helfer, der teilweise noch radikalere Positionen vertrat als sein Vater. Er verteidigte dessen Ausfälle vehement. Nun braucht er selbst Rückendeckung.
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New YorkDonald Trump Jr. war im Wahlkampf stets ein Vorkämpfer für Trump Senior. In vorderster Front teilte der 39-Jährige gegen die Gegner seines Vaters aus und verteidigte ihn gegen alle Angriffe. Nun ist der älteste Sohn des US-Präsidenten im Zentrum einer Affäre angekommen, die schon länger um die Präsidentschaft seines Vaters schwelt: mutmaßliche Absprachen mit Russland im Vorfeld der US-Wahl.

Trump Jr. gab offen zu, sich mit einer russischen Anwältin getroffen zu haben, um kompromittierendes Material über die demokratische Rivalin seines Vaters, Hillary Clinton, zu bekommen und ihm damit im Wahlkampf zu helfen. Dass diese Informationen angeblich direkt von der russischen Regierung stammten, schien ihn dabei nicht zu stören.

Anders als Schwester Ivanka und Schwager Jared Kushner ist Trump Jr. nicht Teil des Regierungsteams. Als sein Vater sein Amt im Weißen Haus antrat, übernahm Donald Jr. – gemeinsam mit seinem Bruder Eric – die Geschäfte des Immobilienimperiums in New York, nicht ohne sich weiterhin laut und offen für seinen Vater stark zu machen und Breitseiten gegen angeblich Fake News verbreitenden Medien abzufeuern. Erst zu Beginn der Woche teilte Trump Jr. auf Twitter einen Clip, der seinen Vater als Kampfpiloten zeigt, wie er auf ein anderes Flugzeug mit dem Logo des von Trump verhassten US-TV-Senders CNN zielt und dieses zum Absturz bringt. „Eines der besten, die ich gesehen habe“, schrieb Trump Jr. über das kurze Video.

Und auch in der Affäre um sein Treffen mit der russischen Anwältin vermutet er eine Verschwörung der Trump-kritischer Medien. Schließlich habe die Russin ihm gar keine Informationen über Clinton weitergegeben. Die Medien, so Trump Jr., würden viel Lärm um Nichts machen und ungerechtfertigte Vorwürfe erheben.

Sein Vater, der auffallend ruhig blieb, als die Geschichte langsam hochkochte, lobte mittlerweile seinen Sohn und dessen transparente Freigabe seines E-Mail-Verkehrs zu dem Treffen. Hinter den Kulissen allerdings brodelte es. Der Präsident sei stinksauer, allerdings nicht auf Donald Jr., sondern auf die Medien, hieß es aus seinem Umfeld. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, sagte, sie wisse nicht, wann Vater und Sohn nach dem Bekanntwerden des Treffens zuletzt miteinander gesprochen hätten.

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Zwischenzeitig war das Verhältnis zwischen Vater und Sohn gestört

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