Donald Trump lässt nicht locker
Zwangsenglisch gegen die Überfremdung

In Amerika wird nur Englisch gesprochen. Das fordert Donald Trump. Was sich wie ein Witz anhört, trifft einen Nerv der amerikanischen Seele: Die Angst vor Zuwanderung und Überfremdung.

San FranciscoDa hat Jeb Bush nur laut gelacht. Das war seine erste Reaktion auf den Anwurf von Gegenkandidat Donald Trump, er solle „mit gutem Beispiel vorangehen“ und „in Amerika nur Englisch reden“.  Bush, vormals Gouverneur von Florida, erklärte vergangenen Mittwoch in der beliebten ABC-TV-Show „Good Morning America“: „Mal ehrlich, das ist ein Witz. Leute haben (auf einem Wahlkampftermin) auf Spanisch gefragt und ich habe auf Spanisch geantwortet. Aber lachen kann man darüber nur, weil es so bizarr ist. Eine Menge Leute hat das hart getroffen. Trump will sich mit Beleidigungen den Weg zur Präsidentschaft ebnen.“

„The Donald“ sieht das ganz anders. Als hoffnungsfroher nächster Präsidentschaftskandidat der Republikaner ist er auf einem Kreuzzug für das wahre Amerika. Eskapaden wie die des sprachgewandten Jeb Bush, der fließend Spanisch spricht, passen da nicht rein. „Wenn man der Sache  mal auf den Grund geht“, kartete er auf einer Pressekonferenz am Donnerstag nach, „dann sind wir eine Nation, die Englisch spricht. Und wenn man sich in dieser Nation aufhält, dann sollte man English sprechen.“

Trump spricht einen wunden Punkt an. Amerikaner bleiben am liebsten im eigenen Land, und nur die wenigsten von ihnen beherrschen eine zweite Sprache. Das hat nicht nur patriotische Gründe in einem Land mit gerade einmal 239 Jahren eigener Geschichte. Es ist das Schulsystem, geplagt von Geldsorgen und hohen Studiengebühren. Eine zweite Sprache kostet Geld, alles muss in College oder Universität extra bezahlt werden. Studenten starten ins Berufsleben nicht selten mit hohen Schulden. Deshalb wird studiert, was so schnell wie möglich einen guten Job verspricht. Bildende Künste oder eine zweite Sprache gehören nicht dazu.

Es lohnt sich einfach nicht, wie Bryan Caplan, Wirtschaftsprofessor an der George Mason Universität, schon 2012 nachhielt. Nur rund 25 Prozent der Amerikaner sprechen überhaupt eine zweite Sprache, fand er heraus, und 41 Prozent davon diese „sehr gut“. Nur sieben Prozent davon wiederum haben diese Fremdsprache an einer Schule gelernt. Also, so Caplan, „weniger als einer von Hundert“ könne nach der Schule eine Fremdsprache fließend. Das sei „reine Geld- und Zeitverschwendung“. Warum in anderen Ländern die Menschen öfter Fremdsprachen lernen? Ganz einfach: Sie lernen Englisch, weil sie sich davon bessere Jobs erhoffen. Amerikaner müssen das eben einfach nicht.

Das deckt sich ganz mit Trumps Weltansichten: „Nur so wird man erfolgreich“ ruft er den Einwanderern „aus aller Welt“ zu, wie er betont, nicht nur Mexikanern. Englisch lernen: „So geht das mit der Integration.“

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Weniger Fremdsprachen-Studenten

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