Donald Trump: Sprachlosigkeit im Weißen Haus

Donald Trump
Der umzingelte Präsident

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Sprachlosigkeit im Weißen Haus

Für Trump kommt die Dramatik der Entwicklung zur denkbar schlechten Zeit. Neben der Entlassung Comeys ist seine Enthüllung von geheimen Informationen gegenüber russischen Politikern ein ernstes Problem. Obwohl der Präsident formaljuristisch dazu befugt ist, Geheiminformationen weiterzugeben, sorgt der Zeitpunkt für Besorgnis. Denn Russland steht in den laufenden Ermittlungen im Mittelpunkt. Außerdem waren die sensiblen Informationen von einem anderen Geheimdienst an die USA übermittelt worden.

In einer bizarren Wendung bot am Mittwoch ausgerechnet Russlands Präsident Wladimir Putin dem US-Kongress eine Abschrift des Gesprächs von Trump mit dem Außenminister und US-Botschafter aus Russland an, sollte das Weiße Haus zustimmen. Die Frage tauchte auf, warum Putin überhaupt eine Abschrift eines Gesprächs im Büro des US-Präsidenten habe und wie man sicher sein könne, dass im Zweifel nichts hinzugefügt oder weggelassen worden sei.

Am Freitag wird Trump außerdem zu seiner ersten Auslandsreise aufbrechen. Eigentlich erhoffte sich das Trump-Team dadurch eine Pause, um die Wogen in der Heimat glätten zu können. Doch jetzt verlässt der Präsident zur denkbar schlechtesten Zeit Washington. Er muss seine Gefolgsleute im Kongress auf seiner Seite halten, die schon angeschlagen sind durch massive Proteste in ihren Wahlkreisen nach der gescheiterten Gesundheitsreform.

Bislang hat keiner der republikanischen Abgeordneten in Senat und Repräsentantenhaus für Trump Stellung bezogen. Es herrscht Hilflosigkeit. „Law and Order“, Recht und Ordnung war eines von Trumps zentralen Versprechen im Wahlkampf. Jetzt verstrickt sich seine Regierung selbst immer stärker in Ermittlungen. Vorerst fordert noch kein republikanischer Kongressabgeordneter Trumps Rücktritt. Bei den demokratischen Abgeordneten ist das anders und nach einer Aussage Comeys im Capitol könnte sich das auch im Gegenlager ändern.

Politische Beobachter verfolgen mit Interesse die relative Sprachlosigkeit von Trump und Weißem Haus. Bislang wurde dort nie gezögert, aus ihrer Sicht zweifelhafte Geschichten und deren Quellen mit aller Wucht und Twitter-Stürmen öffentlich anzugreifen und als unseriös und verlogen abzustempeln. In den vergangenen vier Tagen überwogen nun vorsichtige und kurze Statements ohne persönliche Anschuldigungen.

Die Sachlage hat sich auch für Trump geändert. Seine Strategie, unwillige Partei- und Regierungsmitglieder mit dosierten Versprechungen und Drohungen auf Linie zu bringen, funktioniert mit Mueller nicht. Trump kann sein persönliches Charisma nicht mehr einsetzen. Einen Sonderermittler kann er nicht einfach mal so wie jeden FBI-Chef ins Oval Office einladen, um die Lage zu besprechen. Das Weiße Haus ist umzingelt. Und Entlastungstruppen sind nicht in Sicht.

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Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Bitte, bitte, setzt den bald Trump ab. Dann können sich Handelsblatt und Co. endlich wieder den wirklich wichtigen Themen widmen. Es gibt nur ein Problem dabei. Wenn der Donald weg ist, ist der Putin wieder allein am gesamten Elend der Menschheit schuld.

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