Donald Trump und Moon Jae In Nordkorea-Sanktionen sollen umgesetzt werden

Obwohl sich die Vereinten Nationen auf Sanktionen gegen Nordkorea geeinigt haben, provoziert Diktator Kim Jong Un weiter mit Raketentests. Nun fordern die USA und Südkorea mehr Druck .
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Der amerikanische und der südkoreanische Präsident pochen auf schärfere Sanktionen gegen Nordkorea. Hier sind die beiden bei einem Treffen Ende Juni in Washington zu sehen. Quelle: AP
Donald Trump und Moon Jae In in Washington

Der amerikanische und der südkoreanische Präsident pochen auf schärfere Sanktionen gegen Nordkorea. Hier sind die beiden bei einem Treffen Ende Juni in Washington zu sehen.

(Foto: AP)

Seoul, PekingNach den jüngsten Atom- und Raketentests Nordkoreas mahnen US-Präsident Donald Trump und sein südkoreanischer Amtskollege Moon Jae In eine gründlichere Umsetzung der Sanktionen gegen Pjöngjang an. Beide Präsidenten hätten sich bei einem Telefonat auf eine engere Zusammenarbeit geeinigt, um „mehr praktischen Druck“ auf Nordkorea auszuüben, teilte Moons Büro am Sonntag mit. Ziel sei es, dass das „nordkoreanische Regime realisiert, das weitere Provokationen größere Isolation und wirtschaftlichen Druck bedeuten und zu seinem Kollaps führen“.

Nordkorea hatte am Freitag eine Rakete über Japan hinweg geschossen. Wissenschaftler nannten deren Reichweite von 3700 Kilometern bemerkenswert: Die Führung in Pjöngjang habe damit demonstriert, dass sie die US-Pazifikinsel Guam erreichen könne. Der Raketentest wurde vom UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung verurteilt.

Moon und Trump verurteilten den Test. Er sei trotz des neuen Sanktionsbeschlusses des UN-Sicherheitsrats wegen des nordkoreanischen Atomtests vom 3. September erfolgt. Beide Präsidenten hätten betont, dass es wichtig sei, in Zusammenarbeit mit der Staatengemeinschaft die entsprechende UN-Resolution „voll und ganz“ umzusetzen.

Nordkorea hatte erneut eine Rakete vom Typ Hwasong-12 über den Norden Japans hinweg in den Pazifik geschossen. Der Weltsicherheitsrat verurteilte die jüngste „Provokation“ Pjöngjangs, er einigte sich in seiner Sitzung aber vorerst auf keine weiteren Schritte. Erst am Montag erweiterte das wichtigste UN-Gremium die Sanktionen gegen Nordkorea. Diese umfassen jetzt auch eine Deckelung der Öllieferungen an das Land und ein Verbot der Textilexporte.

Kims Raketen
Glückwünsche
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Der nordkoreanische Führer Kim Jong Un (Mi.) und seine Militärs beklatschen den jüngsten – angeblich – erfolgreichen Test einer Hwasong-12-Mittelstreckenrakete. Das Geschoss flog über Japan hinweg in den Pazifik. Es flog nach Angaben des südkoreanischen Militärs 3700 Kilometer weit - die bisher größte Flugdistanz beim Test einer militärischen Rakete des Landes.

Stiller Beobachter
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Den Raketentests seines Militärs wohnt Machthaber Kim Jong Un häufig persönlich bei. Ob seine Fachkompetenz an dieser Stelle erforderlich ist, darf bezweifelt werden.

Nur die Ruhe
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Der Raketenabschuss dient dem 33-jährigen Diktator auch zur Selbstinszenierung. Feldherrengleich genießt er dabei eine Zigarette.

Auf kurze Distanz
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Nordkorea verfügt über Kurz-, Mittel- und Langstreckenraketen. Längst nicht alle Modelle gelten als einsatzfähig. Die Raketen vom Typ Hwasong 5 und 6 (Bild, vorne) jedoch schon: Mit einer Reichweite von 300-500 Kilometern gefährden sie primär den südkoreanischen Nachbarn. Größte Schwäche der Hwasong-Reihe ist ihre hohe Streuung: Sie sind nur auf einen Kilometer genau.

Mäßig bedrohlich
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Mit Raketen vom Typ Musudan können die Nordkoreaner bereits den USA gefährlich werden. Die Mittelstreckenraketen haben einen Radius von 4000 Kilometern. Damit liegt US-Außenterritorium – die Pazifikinsel Guam – in Reichweite. Bisher ist ein erfolgreicher Abschuss der Musudan jedoch Zukunftsmusik: Allein 2016 scheiterten fünf Startversuche.

Zwei Gesichter
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Die Pukkuksong-1 ist ein besonderes Modell: Zunächst als Unterwasserrakete konzipiert, findet ihre Folgeversion auch auf dem Land Einsatz. Die Reichweite der Rakete wird auf 500 bis 900 Kilometer geschätzt.

Unter der Oberfläche
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Gefährlich in der direkten militärischen Konfrontation: Die Pukkuksong-1 hat das Überraschungsmoment auf ihrer Seite. Der Start erfolgt an Bord eines U-Boots und ist somit nur schwer zu registrieren. Trotz ihrer relativ geringen Größe soll sie – nach nordkoreanischen Angaben – dazu in der Lage sein, Atomsprengköpfe zu transportieren.

Nach den jüngsten Sanktionen gegen Nordkorea hat Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) auch diplomatische Gespräche angemahnt, um den Atomkonflikt zu entspannen. Notwendig sei eine „Kombination aus klarer Haltung und auch Sanktionen und gleichzeitig diplomatischer Angebote“?, sagte Gabriel zum Auftakt seiner Chinareise am Sonntag in Peking.

Es sei notwendig, dass die USA, Russland und China zusammenarbeiten. „Ohne die Kooperation der drei werden wir die Probleme nicht lösen“, sagte Gabriel und rief zu einem „neuen Anlauf zur Entspannungspolitik“ auf.

Gabriel warnte davor, dass das Beispiel Nordkorea Schule mache. „Dann werden auch andere Länder in der Welt versuchen, in den Besitz von Atomwaffen zu kommen. Und auch in unsere Nachbarschaft, in Afrika, werden Staaten dann sagen, guck mal, man kann sich das beschaffen. Die Welt schaut zu und nichts passiert.“

  • dpa
  • rtr
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