Donald Trump und Nordkorea
Nun sag, wie hast du’s mit der Diktatur?

Ostasien ist in Sorge: Wie wird der künftige US-Präsident mit Nordkorea umgehen? Dass Trump den Atomstreit wird beilegen können, glaubt kaum jemand. Diktator Kim Jong-Un würde er aber auf einen Hamburger einladen.
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SeoulZwei Atomtests, der Start einer umstrittenen Weltraumrakete und mehr als 20 Tests mit ballistischen Raketen – Nordkorea hat sich in diesem Jahr mit seinem Verhalten über alle entsprechende Warnungen und Verbote des Uno-Sicherheitsrats hinweggesetzt. Das weitgehend isolierte Regime in Pjöngjang hielt damit auch an seinem Konfrontationskurs gegenüber der Supermacht USA fest, der es eine feindselige Politik unterstellt.

Doch seit dem Wahlsieg des Republikaners Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl im November hielt sich Nordkorea auffällig zurück, es gab zunächst keine neuen Raketentests. Doch schon befürchtet Südkorea, dass Pjöngjang um den Tag des Amtsantritts von Trump im Januar neue Provokationen unternimmt, um damit die neue US-Regierung zu testen. Oder wartet Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un auf ein Dialog-Signal von Trump?

Trump habe gemischte Signale ausgesendet, umschreibt der Experte Yun Duk Min von der Korea-Akademie für Nationale Diplomatie bei einem Seminar in Seoul zum Ausblick für Nordostasien 2017 die allgemein verbreitete Unsicherheit. Auf der einen Seite habe Trump Kim als Verrückten bezeichnet, auf der anderen Seite habe er sich auch offen für direkte Gespräche gezeigt. „Wir wissen nicht, was passieren wird“. Wahrscheinlich sei, dass Trump China dazu drängen werde, im Atomstreit eine größere Rolle zu spielen, sagt Yun.

In den Diskussionen in Seoul geht es derzeit um die Frage, ob die Wahl des politischen Außenseiters Trump vielleicht neue Chancen für einen Dialog mit Nordkorea bieten könnte oder ob die neue US-Regierung die Gangart gegenüber Pjöngjang eher verschärft. Trump hatte während des Wahlkampfs angedeutet, dass er Kim als Gesprächspartner akzeptieren könnte, doch seine Äußerungen sind widersprüchlich. „Wenn er kommt, würde ich ihn akzeptieren, doch würde ich ihm kein Staatsbankett geben, wie wir es für China und alle diese anderen Leute machen, die uns abzocken.“ Er würde ihn eher zum Hamburger einladen.

Keinen Zweifel haben Experten in Washington oder Seoul, dass Nordkorea ein zunehmend größeres Problem für die USA wird, dem Trump eine höhere Priorität geben muss. Südkorea und die USA befürchten, dass Nordkorea mit jedem Atomtest und mit erfolgreichen Tests ballistischer Raketen seinen Zielen näherkommt. Eines davon ist, passende Sprengköpfe für Raketen zu bauen, die bis zum US-Festland fliegen können. Und Nordkorea will als Atommacht anerkannt werden – ein Schritt, den die USA auf keinen Fall machen wollen. Doch ihre „Politik der strategischen Geduld“ hat Grenzen.

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„China sollte das Problem für uns lösen“

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