Donald Trump
Wie tickt der Randale-Kandidat?

Er ist ruppig, ausfallend, beleidigend und kokettiert mit seinem Reichtum. Donald Trump ist das Enfant Terrible des US-Vorwahlkampfs. Doch die republikanische Partei hat keine andere Wahl: Sie muss an ihm festhalten.
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San FranciscoAnfang der Woche war Senator Lindsey Graham dran: Auf einer Wahlveranstaltung in South Carolina arbeitete sich der Immobilien-Tycoon Donald Trump an dem Freund und Unterstützer von Senator John McCain ab. Dem hatte Trump am Tag zuvor abgesprochen ein Kriegsheld zu sein. Graham hatte Trump daraufhin „jackass“ genannt, auf Deutsch: Idiot. Nun kartete „The Donald“, wie er mittlerweile genannt wird, zurück: Er verlas die private Handynummer des Senators auf offener Bühne und ermutigte seine Anhänger doch mal anzurufen und mit ihm zu plaudern. Denn reden sei das einzige, was Graham könne.

Von seiner Kritik an John McCain will Trump keinen Deut zurücknehmen. Er möge halt einfach diejenigen lieber, die sich nicht „gefangen nehmen lassen“, wie er beteuert. McCain war über Vietnam abgeschossen worden und über Jahre in Kriegsgefangenschaft gewesen. Trump hatte sich erfolgreich mit Attesten um jeden Militärdienst und damit auch Vietnam herumgedrückt.

„The Donald“ zieht mittlerweile eine echte Blutspur der Beleidigungen hinter sich her. Nach seinen Ausfällen gegenüber illegalen Immigranten nahm er sich einen republikanischen Gegenkandidaten nach dem anderen vor. „Loser“, Verlierer, oder „total loser“ sind noch die freundlichsten Ausdrücke. Er ist praktisch auf einem Kriegszug gegen seine eigene Partei. Und die ist wehrlos.

Das Problem scheint dabei noch nicht einmal Trump selbst zu sein. Es sind die republikanischen Wähler. Sie stärken Trump in immer neuen Umfragen den Rücken. In einer Umfrage von CNN rangiert Trump Anfang Juli bei republikanischen Wählern mit zwölf Prozent in der Popularität nur noch hinter dem Präsidentschaftskandidaten Jeb Bush mit 19 Prozent.

Im Mai lag er noch abgeschlagen bei unter drei Prozent. Letzte Umfragen zum Wochenende sahen ihn sogar bei fast 24 Prozent. In einer Rangliste von Real Clear Politics, die mehrere Umfragen zusammenfasst, liegt Trump mit 18 Prozent Beliebtheit klar vor Jeb Bush mit 13,8 Prozent und Scott Walker mit 10,8 Prozent.

Die rapide steigende Beliebtheit in Umfragen bringt auch die großen TV-Sender in Bedrängnis. Sie haben angekündigt, in den großen TV-Debatten nur die ersten zehn Kandidaten nach Beliebtheit einzuladen. Trump, im Mai noch nicht dabei, ist jetzt garantiert dabei. Er ist schlicht die Rampensau des US-Wahlkampfs, gestählt in zahlreichen TV-Auftritten und durch eigene TV-Shows. Er wäre nicht der erste Entertainer, der den Sprung in die große Politik wagt und auch Erfolg hat. Ronald Reagan war Schauspieler und Präsident, Arnold Schwarzenegger brachte es bis zum Gouverneur von Kalifornien.

Kommentare zu " Donald Trump: Wie tickt der Randale-Kandidat?"

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  • Trump weiß, daß er klotzen muß, um medial aufzufallen - und es gelingt ihm recht zuverlässig.

    Da er selber in der Lage ist, den Wahlkampf zu finanzieren, braucht er weder Partei- noch sonstige Zustimmung. Er benötigt nur die Wähler und darauf kommt es schließlich an - sonst nichts.
    Notfalls gründet er halt die eigene Partei oder geht solo in die Offensive.

    Solange er weiß, was er will, kann er kaum scheitern.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ekelhafter Typ der Donald, aber immer noch besser als Hillary. Zumindest haelt er wenig von Kriegen im krassen Gegensatz zu Graham, McCain oder Hillary Clinton.

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