Donald Trumps neues Buch

Ich, Ich, Ich

Donald Trump hat sein neues Buch „Crippled America“ vorgestellt. Er weiß, warum Amerika am Ende ist. Wer das Land seiner Meinung nach wieder nach vorne bringen kann? Nur einer, natürlich.
„The Donald“ in seinem Element: Donald Trump bei der Vorstellung seines Buches „Crippled America: How to Make America Great Again“. Quelle: ap
Donald Trump

„The Donald“ in seinem Element: Donald Trump bei der Vorstellung seines Buches „Crippled America: How to Make America Great Again“.

(Foto: ap)

San FranciscoWäre der Autor nicht hoffnungsvoller Anwärter für das höchste politische Amt der USA, es gäbe keinen Grund „Crippled America: How to Make America Great Again“ zu lesen. Dafür ist das Leben einfach zu kurz. Aber da ist er nun, „The Donald“, und alle, die ein schnelles Ende seiner Politkarriere vorausgesagt hatten, stehen heute da wie begossene Pudel.

Die anderen erschaudern. Sie erinnern sich an den Schauspieler aus C-Movies, Ronald Reagan, der Präsident wurde und Conan den Barbaren alias Arnold Schwarzenegger, der es zum Gouverneur von Kalifornien brachte. Möglich ist scheinbar alles. Und Trump ist in praktisch allen Meinungsumfragen unter republikanischen Wählern Favorit Nummer zwei. Somit sollte man das knapp 170 Seiten starke Werk vielleicht doch durchsehen. Immerhin besetzte es in verschiedenen Ausgaben bereits am Dienstagabend drei der ersten fünf Plätze auf Amazons Liste der beliebtesten „Biographien politischer Führer“. Denn, wie er zu Beginn schreibt, es sei ein Buch, um dem Leser „ein besseres Verständnis von mir und meinen Plänen für die Zukunft zu geben.“

„Ich bin reich. Richtig reich“

Neues gibt es dabei nicht viel. Außer vielleicht, dass er es nach eigenen Aussagen am Anfang „nicht leicht“ gehabt hat. Mit nur einer Million Dollar, geborgt vom Papa, musste er in den Immobilienmarkt von Manhattan einsteigen, erinnert er sich an die Grausamkeiten der frühen Jahre. Das Geld habe er nach ein paar Jahren „mit Zinsen“ zurückzahlen können. Natürlich. Denn „Crippled America“ ist das Erfolgsbuch eines Mannes: Donald Trump. Der Leser bekommt eine detaillierte Auflistung der Trump-Immobilien, seiner Hotels, seinen Vermögensbericht, wenn auch nicht die allerneueste Fassung, wie er vor der Presse am Dienstag zugibt. Denn die sei zum Drucktermin noch nicht beglaubigt gewesen. „Ich bin reich. Richtig reich“, freut er sich, und das sicher zurecht. Natürlich sei er inzwischen noch reicher, bekräftigt er am Dienstag in New York. Flugzeuge hat der Milliardär ebenfalls, darunter eine Boeing 757.
Zahlen, Zahlen, Zahlen, darum dreht sich alles - wenn nicht gerade eine Mauer zu Mexiko erwähnt wird. Er wird sie bauen, daran lässt das Buch keinen Zweifel. Bei den erfolgreichen Zahlen stehen „Ich“ oder „Gewinner“ immer irgendwie im Zusammenhang.

Hillarys potenzielle Gegenspieler
Donald Trump
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Er schmeißt mit reißerischen Parolen um sich und beherrscht damit nicht nur die Schlagzeilen, sondern auch die Umfragen. Ein politisches Amt bekleidete der Immobilienunternehmer noch nie, gewann im Jahr 2000 aber die Vorwahlen in Kalifornien. Der in New York lebende Investor hat fünf Kinder aus drei Ehen.

Jeb Bush
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Er könnte die Dynastie von Vater und Ex-Präsident George Bush Senior sowie Bruder und Ex-Präsident George W. Bush fortsetzen. Ob sein Nachname ihm im Wahlkampf hilft oder schadet, muss sich noch zeigen. Der ehemalige Gouverneur von Florida gilt als moderat und kann dank seiner Kontakte wichtige Spender hinter sich versammeln.

Scott Walker
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Walker hat als Gouverneur von Wisconsin Schlagzeilen der besonderen Art gemacht - und Nerven gezeigt. Nach einer umstrittenen Sparpolitik wollten Kritiker ihn mit einer Abstimmung aus dem Amt jagen. Doch Scott überstand den Angriff und überlebte als Gouverneur. Nach Trump rechnen ihm Demoskopen derzeit die besten Chancen aus.

Mike Huckabee
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Der Mann mit dem markanten Namen war bereits 2008 im Rennen und gewann sogar die erste Vorwahl in Iowa, musste später aber aufgeben. Seitdem tingelt der Baptistenprediger und Ex-Gouverneur von Arkansas durch die TV-Sender, etwa mit einer Talk-Show beim konservativen Sender Fox News. Er trifft besonders den Nerv der religiösen Rechten.

Ben Carson
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Der 63-Jährige ist in Medizinerkreisen weltberühmt: Der Neurochirurg gilt als Pionier der operativen Trennung Siamesischer Zwillinge. Den ersten erfolgreichen Eingriff führte er 1987 an einem deutschen Brüderpaar aus Ulm durch. Der Afroamerikaner kommt aus sehr armen Verhältnissen und gilt als konservativ.

Ted Cruz
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Der Newcomer sitzt zwar erst seit 2013 im Senat, hat aber schon durch bizarre Aktionen von sich reden gemacht - etwa mit 20 Stunden Dauerreden, wobei er teils aus Kinderbüchern zitierte. Der Texaner ist Tea-Party-Mann: Gegen Abtreibung, Waffengesetze und gegen „Big Government“. Die Parteibasis liebt ihn, Wechselwähler fürchten ihn.

Marco Rubio
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Als Sohn kubanischer Einwanderer buhlt er vor allem um die wichtigen Stimmen der Latinos. Der Senator aus Florida fordert eine umfassende Einwanderungsreform und lehnt die Annäherung zwischen Havanna und Washington vehement ab. Er gilt als enger Freund von Jeb Bush, zudem als etwas zu jung und unerfahren.

Dann sind da noch die „Verlierer“, die anderen: „Crippled America“ zeigt ein Land, das völlig am Ende ist, herunterregiert von „inkompetenten“ Politikern, wie er auf der Pressekonferenz in New York noch einmal betont, abgehalten natürlich im „Trump Tower“. Er erklärt ausführlich in einem Kapitel, warum Amerikas Infrastruktur am Ende ist. Auch hier Statistiken und Zahlen, Zahlen, Zahlen, aber diesmal in Verbindung mit „Verlierer“ oder „verloren“. Investitionen in die Infrastruktur seien ein gigantischer Jobmotor. Wie er sie finanzieren will, erklärt er im Detail nicht. Aber es sei ja ohnehin klar: „Ich bin eine Jobmaschine.“
Es gäbe etwas wie einen Klimawandel, räumt er in einem andern Kapital ein, allerdings wisse niemand so genau wo der herkomme. Zudem gehe der Planet mit so etwas seit Millionen von Jahren um. Für Trump, der Fracking und Ölbohrungen an jedem denkbaren Ort in den USA befürwortet, ist das Thema damit erledigt. Er weiß sich damit sicher auf der generellen Linie aller republikanischen Mitbewerber und der Partei. Erneuerbare Energien wiederum seien ziemlich überflüssig.
In der Außenpolitik bekommen die Bösen, wie China, eine harte Hand gezeigt. Von den Verbündeten will er Geld sehen. Amerika verteidige die halbe Welt. Also müsse irgendwann auch ein fairer Anteil gezahlt werden. Die derzeitigen Handelsabkommen seien zum Nachteil der USA gestrickt. Das will er ändern. Innenpolitisch fordert er ein gerechteres und vereinfachtes Steuersystem. Wer fordert das nicht, möchte man ihn fragen. An der Gesundheitsreform Obamacare lässt er ebenfalls kein gutes Haar. Auch hier feste Parteilinie.

Mit vollem Herzen Republikaner
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