
HB WASHINGTON. Die Vorsitzende des Wirtschaftsrats, Christina Romer, erklärte am Donnerstag ihren Rücktritt. Sie wolle ihre Professur an der Berkeley-Universität in Kalifornien wieder aufnehmen, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Romer war vielbeachtete Vertreterin der Wirtschaftspolitik Obamas und war oft im Fernsehen zu sehen.
Ihr für den 3. September angekündigter Rückzug kommt zu einer Zeit, in der das Weiße Haus Probleme hat, die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass die Wirtschaft auf dem richtigen Weg ist. Viele Amerikaner fürchten sich vor einer erneuten Rezession, die Arbeitslosenquote liegt mit 9,5 Prozent nach US-Verhältnissen ausgesprochen hoch und der Staat hat mit einem gigantischen Defizit zu kämpfen.
„Christina Romer hat in einer Zeit der wirtschaftlichen Krise und Erholung mir und dem Land außergewöhnlich gute Dienste geleistet“, sagte Obama nach der Bekanntgabe des Rücktritts. Er äußerte Verständnis für den Schritt: Romer habe seit längerem an die Westküste zurückkehren wollen, ihr Sohn komme im Herbst in die Highschool. In der Vergangenheit hatte es aber auch Untertöne von Spannungen zwischen Romer und dem Vorsitzenden des Nationalen Wirtschaftsrats im Weißen Haus, Larry Summers, gegeben.
Weiteres Ungemach für Obama lieferte der US-Senat, der unerwartet die Nominierung des Volkswirtes Peter Diamond vom renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) für den Fed-Vorstand zurückgewiesen hat. Der Senat gab die Nominierung am Donnerstag zurück an die US-Regierung. Diamond habe nicht die richtige Art von Erfahrung für diesen Job, begründete der republikanische US-Senator Richard Shelby das Handeln der Kongresskammer.
Obama erlebt dadurch einen herben Rückschlag. Es war erwartet worden, dass die Nominierung Diamonds genau wie die der Juristin Elena Kagan problemlos bestätigt wird.
Kagan, die leitende Anwältin der Regierung von US-Präsident Barack Obama, zieht erwartungsgemäß ins höchste Gericht des Landes ein. Der US-Senat berief am Donnerstag die frühere Dekanin der juristischen Fakultät von Harvard an den Supreme Court. Die linksliberale Kagan, die bislang die Interessen der US-Regierung vor dem höchsten US-Gericht vertrat und noch nie auf der Richterbank saß, vollzieht damit einen Seitenwechsel.