Drama um Mellila
Marokko schiebt 1 500 Flüchtlinge ab

Nach dem Flüchtlingsdrama bei den spanischen Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla hat Marokko mehr Flüchtlinge in ihre Heimat abgeschoben als geplant.

dpa RABAT/MADRID. Wie die Behörden mitteilten, wurden rund 1 500 illegale Immigranten von Oujda (Ostmarokko) nach Senegal und Mali ausgeflogen.

Die Afrikaner waren festgenommen worden, nachdem sie vergeblich versucht hatten, auf spanisches Gebiet zu gelangen. Zunächst sollten nur 930 Senegalesen und Malier abgeschoben werden. In den vergangenen Tagen seien aber weitere illegale Immigranten in das Auffanglager geströmt.

Marokko wies Berichte von Hilfsorganisationen über eine angebliche Aussetzung von Flüchtlingen in der Wüste der Westsahara scharf zurück. „Von den Hunderten von Immigranten, die sich illegal in Marokko aufhalten, wurde kein einziger an der Grenze im Süden des Königreichs seinem Schicksal überlassen“, betonte die staatliche Nachrichtenagentur MAP unter Berufung auf „verantwortliche Kreise“.

Internationale Hilfsorganisationen hatten berichtet, die marokkanischen Behörden hätten afrikanische Flüchtlinge in einem Wüstengebiet ausgesetzt, das an die von der Westsahara- Befreiungsfront Polisario kontrollierte Zone grenzt. Die Polisario teilte hingegen mit, sie habe 40 Afrikaner aufgegriffen, die die Marokkaner im Grenzgebiet zurückgelassen hätten.

Demgegenüber betonte Rabat: „Wenn es in der Wüste Immigranten gibt, kann es sich nur um neu hinzugekommene Illegale handeln“, die von der anderen Seite des Grenzwalls nach Marokko gelangen wollten. MAP wies darauf hin, dass sich die Berichte auf die Anrufe von Afrikanern per Handy aus der Wüste stützten. „Man fragt sich in Rabat, wie die Batterie eines Handys, das sich 30 Leute teilen sollen, eine Woche in der Wüste halten soll.“

Marokko hat nach spanischen Presseberichten etwa 2000 afrikanische Flüchtlinge in Militärlagern im Südwesten des Landes untergebracht. Rabat verhandelt mit mehreren Staaten in Mittel- und Westafrika, um eine Abschiebung der Flüchtlinge zu ermöglichen.

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