Dramatische Entwicklung
Osteuropabank stemmt sich gegen Staatenkrise

Die Finanzkrise wütet in Osteuropa. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, auch Osteuropabank genannt, will aushelfen. Doch sie steckt selbst in finanziellen Schwierigkeiten. Droht der gesamten Region der Bankrott?

LONDON/WIEN. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) will sich mit höherem finanziellen Einsatz gegen die Wirtschaftskrise in Osteuropa stemmen. Die sogenannten Osteuropabank plant in diesem Jahr Investitionen von sieben Mrd. Euro in den 30 von ihr betreuten Ländern in Osteuropa und Zentralasien. Das sind zwei Mrd. Euro mehr als im vergangenen Jahr, obwohl die Bank 2008 in die roten Zahlen gerutscht ist.

Die Bilanz der Förderbank weist einen Fehlbetrag von rund 600 Mill. Euro aus, der vor allem auf Wertverluste bei Unternehmen zurückzuführen ist, an denen sich die EBRD beteiligt hat. 2007 hatte die Förderbank, die von dem Deutschen Thomas Mirow geführt wird, noch 1,9 Mrd.Euro verdient. Doch seither hat sich die Lage in der Region massiv verschlechtert. "Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat inzwischen jedes einzelne von uns betreute Land erfasst", hieß es gestern bei der EBRD.

Der Kapitalabzug aus den osteuropäischen Schwellenländern stellt deren Widerstandsfähigkeit auf eine harte Probe. Wie sehr sich die Lage zugespitzt hat, zeigt sich daran, dass die Prognosen des von der Osteuropabank im November präsentierten "Transition Reports" bereits Mitte Januar überholt waren. Während die EBRD noch im November für die Ukraine ein Wirtschaftswachstum von rund einem Prozent für 2009 vorausgesagt haben, erwarten sie jetzt ein Minus von fünf Prozent. Für Russland prognostizieren die Experten ein Wachstum von einem Prozent - statt drei Prozent im November.

Auf den Ernst der Lage gerade in der Ukraine wies gestern erneut die Ratingagentur Standard & Poor's hin: Sie stufte die Kreditwürdigkeit des Landes ein weiteres Mal herab. Mit der Note CCC+ hat die Ukraine nun den schlechtesten Wert in ganz Europa und liegt auf einer Stufe mit Pakistan. Am Tag zuvor war auch Lettland herabgestuft worden, weitere Schritt in diese Richtung sind vorgezeichnet. "Viele Marktteilnehmer befürchten jetzt einen Domino-Effekt. Das Schlimme an Abstufungen ist, dass Mittelaufnahmen noch schwieriger werden und sich damit die Finanzkrise weiter hält", sagt Robert Halver von der Baader Bank.

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