Drei Verdächtige nach Anschlag festgenommen
Bhutto lässt sich nicht abschrecken

Nach dem verheerenden Anschlag in Pakistan hat Ex-Ministerpräsidentin Benazir Bhutto ihre Regierung aufgerufen, internationale Hilfe bei den Ermittlungen anzufordern. Derweil wurden erste Verdächtige festgenommen.

HB KARACHI. Die frühere pakistanische Ministerpräsidentin will sich trotz des verheerenden Anschlags auf ihren Konvoi weiter in der Öffentlichkeit zeigen. „Wir lassen uns davon nicht abschrecken“, sagte Bhutto am Sonntag vor Journalisten. Sie wiederholte ihre Vermutung, dass Extremisten die Regierung und deren Sicherheitsapparat infiltriert hätten. Die pakistanische Führung wies dagegen jede Mitschuld an dem Blutbad zurück.

Der Wahlkampf werde wegen des Anschlags vom Donnerstagabend und weiterer drohender Selbstmordattentate etwas abgewandelt, sagte Bhutto an ihrem Wohnsitz in Karachi. „Aber wir werden weiter die Öffentlichkeit treffen.“

Die 54-jährige Politikerin will bei der Parlamentswahl im Januar als Spitzenkandidatin der Pakistanischen Volkspartei (PPP) antreten. Sie war am Donnerstag nach acht Jahren im Exil nach Pakistan zurückgekehrt. Nur wenige Stunden später endeten die Jubelfeiern ihrer Anhänger in einem Blutbad: Bei dem Anschlag auf Bhuttos Konvoi wurden mindestens 136 Menschen getötet und etwa 250 weitere verletzt. Die frühere Ministerpräsidentin blieb unversehrt.

Am Sonntag besuchte Bhutto einige der Opfer im Krankenhaus. Sie habe ihnen Geld gegeben und versprochen, ihren Kampf für die Rechte der Pakistaner fortzusetzen, sagte ein Arzt.

In der Provinz Punjab, die als Hochburg islamischer Extremisten gilt, nahm die Polizei unterdessen drei Verdächtige fest. Nach Angaben aus Ermittlungskreisen besteht ein Zusammenhang zu dem Fahrzeug, aus dem vermutlich einer der Attentäter eine Granate auf Bhuttos Konvoi geschleudert hatte. Sekunden später zündete ein Selbstmordattentäter seine Bombe. Die Tat trage die Handschrift des Terrornetzwerks Al Kaida, hieß es.

Informationsminister Tariq Azim versicherte am Samstag, die Behörden hätten die größtmögliche Sicherheit gewährleistet. Aus Bhuttos Umfeld war zuvor verlautet, der pakistanische Geheimdienst oder Regierungskreise könnten in die Tat verwickelt gewesen sein. Bhutto selbst äußerte kurz nach dem Anschlag den Verdacht, dass die Attentäter Helfer im Behördenapparat hatten. „Bestimmte Personen“ hätten „ihre Macht missbraucht“. Am Sonntag erklärte sie, Unterstützer der Extremisten seien entschlossen, die Demokratie zu verhindern, weil sie die von ihnen geschaffenen Strukturen bedrohe.

Bei einer Schießerei in Karachi wurden am Samstag 14 Menschen getötet. Anhänger Bhuttos seien mit politischen Gegnern aneinandergeraten, teilte die Polizei mit. In anderen Stadtteilen setzten Bhutto-Anhänger Reifen in Brand und warfen mit Steinen.

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