Dringlichkeitssitzung in Tel Aviv
Israel macht Iran für Selbstmordanschlag verantwortlich

Der Konflikt zwischen Iran und Israel verschärft sich weiter: Nach den wiederholten anti-jüdischen Parolen aus Teheran erhob nun der israelische Verteidigungsminister einen brisanten Vorwurf.

HB TEL AVIV. Schaul Mofas erklärte bei einer Dringlichkeitssitzung zur Sicherheitslage in Tel Aviv, Syrien habe die Tat geplant und der Iran habe sie finanziert. Mofas kündigte den Angaben zufolge außerdem Angriffe auf Stellungen des Islamischen Dschihads an. Dieser hatte sich zu dem Anschlag am Donnerstag bekannt.

Es lägen „klare Beweise“ für die Verwicklung Syriens und des Irans vor, wurde Mofas weiter zitiert. Israel werde diese Beweise an die USA und die Europäische Union weiterleiten. Ferner würden die Sicherheitsvorkehrungen um die Stadt Nablus im Westjordanland verschärft. Dort lebte der 22-jährige Attentäter, der bei dem Anschlag in einer Imbissstube ums Leben kam. 20 Israelis wurden verletzt, einer von ihnen schwer.

Die Bundesregierung hatte den Terroranschlag scharf verurteilt. "Diese verbrecherische Tat zeigt, vor welch großen Herausforderungen alle Kräfte des Friedens im Nahen Osten stehen", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) nach der Rückkehr aus Ägypten in Berlin. "Gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass die Rechnung der Terroristen und ihrer Hintermänner nicht aufgeht."

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad setzte indes seine anti-israelische Propaganda fort. Bei seinem Syrien-Besuch forderte er erneut von den westlichen Ländern, Juden aus Israel aufzunehmen. Er frage sich, ob westliche Länder „Immigranten, die aus allen Teilen der Welt nach Palästina kamen“, hereinlassen und ihnen den notwendigen Schutz bieten würden oder ob die Immigranten „eine neue Welle des Antisemitismus in Europa auslösen“ würden. Juden würden nicht weiter in Israel leben, „wenn ihnen die Tore Europas geöffnet würden“. Ahmadinedschad erklärte weiter, auf seine jüngsten Äußerungen, in denen er den Holocaust bezweifelte, habe der Westen nur mit Geschrei reagiert und ihm vorgeworfen, etwas gegen den Weltfrieden gesagt zu haben.

Ahmadinedschad hatte Ende vergangenen Jahres den nationalsozialistischen Judenmord als „Märchen“ bezeichnet und die Tilgung Israels von der Landkarte gefordert. Der jüdische Staat sollte nach Europa oder Nordamerika verlegt werden, meinte der Präsident. Das iranische Außenministerium plant eine Konferenz zum „wahren Ausmaß“ des Holocaust. Termin und Ort der Konferenz stehen aber noch nicht fest.

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