Dritte Protestnacht
Neue Tage des Zorns in den USA

Die Wut über das Verhalten der Polizei gegenüber Afroamerikanern treibt Tausende US-Amerikaner um. Obwohl ein neuer Fall die Gemüter entzürnt, verlaufen die Demonstrationen in der dritten Nacht überwiegend friedlich.
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Im Protest gegen Polizeigewalt sind zahlreiche New Yorker die dritte Nacht in Folge auf die Straße gegangen. Demonstranten versuchten erneut, Straßen und Brücken zu blockieren, um das Weihnachtsgeschäft zu stören. Einige drangen in Läden ein und inszenierten am Freitagabend (Ortszeit) - auf dem Boden ausgestreckt - sogenannte „Die-ins“. Auf Handzetteln verlangen die Protestierenden unter anderem die Entlassung aller Polizisten, die in den Fall Eric Garner verwickelt sind.

Der an Asthma erkrankte Schwarze war mutmaßlich an den Folgen des Würgegriffs eines Polizisten gestorben. Der Polizist muss sich aber dafür vorerst nicht vor Gericht verantworten. Diese Entscheidung einer Grand Jury hatte die Proteste in New York ausgelöst. Auch in anderen US-Städten kam es erneut zu Demonstrationen. Die Protestwelle zog sich bis nach Miami im äußersten Süden der USA. Dort legten Demonstranten eine wichtige Verkehrsader lahm.

Ein neuer Vorfall heizt die Lage weiter an, diesmal aus Phoenix im Staat Arizona. Der 34 Jahre alte Rumain Brisbon ist das jüngste Opfer auf der Liste, er war am Dienstag auf dem Weg zu seinen Kindern von einem Polizisten erschossen worden. Der Polizist ging davon aus, dass der Mann eine Waffe in seiner Hosentasche trug und schoss deshalb auf ihn. Die mutmaßliche Pistole stellte sich jedoch als eine Packung mit Medikamenten heraus.

Tausende aufgebrachter Amerikaner verlangten auch in Washington, Baltimore und anderen US-Städten Gerechtigkeit. Im Raum Boston konzentrierte sich der Protest auf die renommierte Harvard-Universität, in Chicago waren Demonstranten trotz eisiger Temperaturen stundenlang in der Innenstadt. Im Fernsehsender CNN sprachen einige von ihnen von einer neuen „Bürgerrechtsbewegung“ zugunsten von Afroamerikanern.

Derweil kündigte die Staatsanwaltschaft in Brooklyn an, eine Geschworenenjury zum Tod des Schwarzen Akai Gurley einzuberufen, dessen Fall zunächst wenig beachtet worden war. Gurley war im November in einem unbeleuchteten Gang im großen Mietshaus seiner Freundin einem Polizisten über den Weg gelaufen. Der Beamte zog die Waffe und erschoss den unbewaffneten Mann.

Handgreiflichkeiten soll es nicht gegeben haben, berichtete der Sender NPR. Anders als im Fall von Michael Brown in Ferguson, Eric Garner in Staten Island und eines zwölfjährigen Jungen in Cleveland war der Polizist, der Gurley erschoss, kein Weißer, sondern asiatischer Abstammung.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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